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Gedichte Geschriebenes

Verliebt

Verliebt

 Einseitige Liebe, Selbstauferlegte Geisselhaft
Süßer Traum, bittere Tränen der Einsamkeit
Fernab der Realität Zweisamkeit erhofft

 Unglücklich verliebt
Einsam verliebt

 Der falsche Tag, ein schlechter Moment, unausgesprochenes Bekenntnis
Ein kaum erträglicher Schmerz zieht dort wo Schmetterlinge flattern wollen
Jedes undokumentierte Lächeln ein Liebesbekenntnis
Jegliches Übersehen werden ein Dolch im Herzen

 Unglücklich verliebt
Einsam verliebt

 Das Liebste nur heimlich umworben, kein offenes Wort
Wandert dein Liebstes ohne dich fort
Deine Welt in sich zusammen bricht

 Unglücklich verliebt
Einsam verliebt

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Elfchen Gedichte Geschriebenes

Augenkontakt (11chen)

Augenkontakt

Rote Lippen

Beißen sich selbst

Sehnen nach Liebe

Kussmund

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Elfchen Geschriebenes

Geißelhaft (11chen)

Geißelhaft

Lebendiger Kummer

Sehe andere Herzen

Kann mich nicht lösen

Herzschmerz

Yakobo’s erste Elfchen

Elfchen sind eine Gedichtsform mit einem klaren Schema. Vergleichbar mit einem Weihnachtsbäumchen wird es aus elf Wörtern geformt:

1
22
333
4444
1

Diese Beispiele entstanden auf der Zugfahrt des 24.09.04
von Tornesch nach Farmsen

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Gedichte Geschriebenes

Junges Blut

Junges Blut

 Das tut ach so gut,
sieht „Mann“ derart junges Blut

 Es bewegt sich, zwingt mich gar in die Knie
bewundern darf ich´s – erobern nie

 Wie Dracula dran saugen tät ich gern
Doch wag ich es nur aus der Fern

 Der Gedanke schenkt mir manches Jahr
Ja, wär ich jetzt ihr Vampir, das wär wunderbar

 ©2003 Kay Fiedler

Es ist nicht immer einfach zu realisieren, dass man älter wird, dass junge Küken einem durchaus schöne Augen machen, heiß wie ein glühender Vulkan, aber gerade mal halb so alt, wie man selbst. Bei der Hochzeit auf Schloss Dracula war ich mir dessen (leider oder zum Glück) bewusst. Ich hätte mich glatt vergessen können, mich und meine Anverwandtschaft, aber wer hätte dann wohl eher die Rolle des Vampiropfers gehabt? Andererseits wäre es wie im klassischen Draculafilm, da auch hier der Vampir immer der Schönheit einer Frau unterliegt. So gesehen passen diese Zeilen also immer noch auf die Situation. Dieses kleine (im Alkohol ertränktes) Gedicht habe ich diesem Vulkan noch in der gleichen Nacht auf einem Bierdeckel gewidmet. Oh brenne heiß und gewaltig und habe acht, dass du dich nicht an den Falschen verbrennst. Mit Feuer spielen kann bös ausgehen, wenn einer seine Grenzen nicht kennt!

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Gedichte Geschriebenes

Luftleerer Raum der Zeit

 Fast könnte man meinen zu schweben
Die Gegenwart gerät in Stillstand

 Zeit eine stoffliche Maße
die sich beliebig in die Definition von Vergangenheit und Zukunft drängen lässt
bis die Gegenwart nur noch ein Trugbild ist

 Jede Minute schreitet dahin
langsam und behäbig
als hätte sie Tage zur Verfügung

 Eine Sekunde wie ein Jahr
Ein Moment wie ein Leben
Ganze Tage die eine einzelne Erinnerung bilden

 Versuche mich an klaren Gedanken für das jetzt
gestern und morgen zu bannen
um die Fassung nicht zu verlieren

 Zu schwach…

 Gerade dem Bett entsprungen
eine endlose Minute an die Vergangenheit geopfert
kein Fortschritt

 Eben noch eine weitere Minute der Vision geschenkt
nur eine kleine Träumerei

 Zwei Minuten waren es nur
die Sonne verlosch am Horizont

Wo war der Tag geblieben?

 Habe heute nichts erschaffen
ermüdet durch die Erkenntnis
Schlafe ein

 Morgen, ja morgen
wird das Tagewerk vollbracht
bis dahin Gute Nacht

 Ach was sei es drum
eine Minute kann nicht Schaden
eine winzige Minute abgezwackt eines ganzen Tages
nie vergeudet
fülle ich sie mit der Vision von dir

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Gedichte Geschriebenes

Führe mich in ein Reich der Phantasie

Führe mich in ein Reich der Phantasie

…dann stoße sie auf die Tür in mein Reich. Laß dich einfach fallen und dich durch mich auffangen. Die Nacht ist der Verbündete in einem Meer glitzernder Kerzen. Da ist nichts was die Musik im Hintergrund stören könnte, da ist nichts, daß den Moment des Augenfunkelns stören könnte.

Wenn Blicke sich scheu treffen und sich nur allmählich aneinander gewöhnen. Die Blicke werden länger, ein Stern zieht seiner Wege. Diese Blicke bleiben haften und werden kleiner, als sich die Münder leicht öffnen und einander näher kommen.

Zuckende Leiber im fahlen Schein der Kerzen, unausgesprochene Begierde sucht sich den Weg durch die Phantasie zur Wirklichkeit. Der Rausch der Liebe entzündet sich und die Welt besteht nur noch aus diesen beiden Körpern feuchter Haut, deren Seelen einander streicheln.

 

… Doch!! Noch stehst Du vor der Tür.

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Geschichten Geschriebenes

Die Alsterwelle

Die Alsterwelle
Hamburg’s Alster

Hamburg Ende Oktober 2000. Kalt ist es geworden die Lichter leuchten mir den Weg die Alster entlang. Der Winter ist da und da ist niemand Liebes, die sich an mir wärmen möchte. Wo ist nur das Feuer hin, das einst Entfachte? Was ist geblieben von dem einstigen Glück? Ich blicke stumm und ohne zögern weiter, wandre die Straße entlang. Mir ist als könnte ich mich selbst von weitem beobachten und sehe nur eine dunkle Gestalt ohne Gesicht, ohne wirkliches Ziel einen Fuß vor den anderen setzen.

Anonyme Autoscheinwerfer blenden mich kurz, um ihre Gase abzulassen, eben nachdem die Motoren mich anbrüllten. Und schon lassen sie mich wieder allein. Was für Menschen wohl in Ihnen sitzen?

Ob SIE dabei ist? Jene, der es in diesem Moment so geht wie mir? Womöglich guckt sie gerade ebenso gedankenverloren aus dem Fenster eines Busses und sieht mich nur als Schatten mit hochgezogenem Kragen an sich vorbeihuschen, Augenblicke bevor eine Unebenheit der Straße sie aus ihrem Tun reißt? Ist sie SIE?

Mein träumender Blick fällt in das erwartete Schwarz der Alster. Doch da war sie – nicht die Erwartete, doch eine andere, nicht minder Schöne. Funkelnd glitzerte sie über die Schwärze und zog einen Schweif Kleinerer nach sich. Spiegelte sich dort das Licht des Hotels Vier Jahreszeiten? Hat ein Schlag die Kleine Welle erweckt, oder war es einfach nur der kalte Wind? Wollte mir der Wind etwas sagen? In stetigen eisigen Böen folgte die Welle dem Ruf, kaum erweckt, schon wieder entschlafen.

Das Schöne währt nie ewig, aber es kehrt immer wieder zu dem, der danach sucht. Und wer genug Kraft und Puste hat, kann die Welle immer wieder von neuem funkeln lassen. Zufrieden und innerlich ein kleines wärmendes Feuer entfacht, atmete ich tief durch und genoss die Stadtluft, wie es eben nur ein alter Hamburger kann, der seine Stadt liebt und setzte meinen Weg fort zur Bahnstation. Die Welle blinzelte mir in Gedanken nach, als ich schon längst die Stufen in den Untergrund genommen hatte.

Ich hoffe, dass auch SIE heute sicher durch die Straßen nach Hause gekommen ist. Ich werde SIE finden und nach dem Funkeln in ihren Augen suchen Und in dem Moment, da ich ihr Glitzern erfahre, soll ein kurzer Gedanke der kleinen Welle gehören.

Danke, meine kleine Welle!

(c) 2000 Kay Fiedler