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Geschichten Geschriebenes

Bauers Freud, Wichtes Leid

Heco van Doune

Bauers Freud, Wichtes Leid

Hege lies das Pflänzlein wachsen, vom Sam zum Bäume. Jed Jahr ein Stückchen bäumlicher und schmacklicher die Frucht die zum Danke dem Heger gereicht. Dazu der Baume Schatten bot, der Bauer oft am Stamme dar verweilte nach getaner Feldestreibe. Im Dorfe das Bäuerlein bekannt bei jedem Kinde, versüssten seine Äpfel schon so manch trist Wege. Stolz in seiner Brust stand er Jahr für Jahr bewundernd vor dem Werke von Natur und Pfleg, den Großwuchse beäugend.

Doch wisset, ein jeder respektieret nicht des Bauern Fleiß. Dieses Jahres Tag kam ein Wichtel aus dem Unterholze, gradwegs auf das gereifte Bäumelein hinzu. Im Schatten bleibet er stehen, sprang drei Mal so hoch er wohl vermochte. Seine Arme, die Kleinen, ließen nur nach Luft ihn schnappen. Schnaubend ereiferte er sich zu dem selig schauenden Bäuerlein, trat ihm voll kräftens unters Beingelenke und ließ verlauten: „DU BIST SCHULD!“

Hochroten Kopfes sauste der Wicht zurück in das Geäst aus dem er kam. Der Bauer es wohl kaum bemerktet tat, griff nach einem Äpfelein rot und biss genüsslich darin ein. Selbstfried hinter den Zaune schauend, er jed Kind und Wicht teilhaben lassen möchte, dass Willens ist nach der Frucht ihn nur zu fragen.

Der Wicht aber, kehrte keines Jahres wieder. Wohl also dem der fraget!

ENDE

10. November 2003

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Gedichte Geschriebenes

Der Geist des Weines

Heco van Doune:

Der Geist des Weines

Vom Weine rot die Nase schwillt,

der Minne ist nur schwer gewillt,

zu singen einet seiner fein Ballade,

hört der Beweinte doch der Worte Sinn nur fade

So der Minne schlägt auf seine Laute,

singt vom Kruge leer des Weines,

statt des Saftes vollen Gastes,

vom Geiste des Weines,

der geistreich sich zu melden tut,

denn geistweich zum Übermute führet.

So mancher Gaste sich verhörte,

verspürte sich verhöhnt vom Minne und röhrte:

„Hängt den Bänkler, hängt ihn höher!“

– So sei´s ein Scharlatan, der verblümt nur Wahrheit singt.

So beruhigt euch ihr Bauern, ihr geadeltes Blut,

es führt nur der Weine zu falschem Disput,

wollt wahren Hohn ihr erfahren solltet ihr zum Feste den Heco euch laden,

er verschwend nicht euer Zeit noch Dukat,

bringt zum Punkte auch jeden Eklat.

Des Heco der bin ich, der Schelme bester, vom (Ko)Bolde geschult,

keint König mir zu mächtig, als das meine Zunge verklingt,

unablässig seine rote Nase besingt,

so das Volke um sein Lachen ringt.

Für Spott und Hohn da rufet mich,

komme daher unt besinge dich,

keint Baum zu hoch,

keint Kerker zu tief,

lasset meiner singen und ihr lacht euch schief!

Heco

Heco van Doune

So lautet mein Name,

bin obso der Liebling deiner Dame,

verführet sie mit Charme und Witz,

meinen Namen int ihr Herze ritz!

Bislang noch jedem Kerker entkommen,

nun auch in eurer Stadt,

der Heco van Doune, der kommt,

jetzt macht ihm Platz!

Heco van Doune, 23.10.02

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Gedichte Geschriebenes

Doa geit dat inne Büx

(Comodia Melodis von Heco van Doune, Hofnarr zum Hofe von Gareth)

Dem Prinze Brin ward´s Zeit gesell, zu geben dem alljährlich ritterlich Feste Gewand.
Ein Turnier solle es geben, potz heller Geist dem Brin´e wards gegeben, das war schon allerhand!

Dort solle der Ritter mit der Lanz, der schweren, sich erwehren
Und den andren Ritter prompt aus deso Sattel hebeln.

Das dero Vorhab nicht ganz einfach ward, dafür sorge zweierlei.
Des Kontrahent Gestech sich ähnlich wandet wie er selbst,
in einer großen Rüste stecke, die unmobilat und schwer wie Blei.
Hoch zu Rosse man sie musst setzen, derer selbst es nicht mehr konnt.

Der Knappe dem edlen Recken die Lanz gab in des eisern Faust,
nur durch den Schlitz im Helme guckend wankelte er hinaus.

Draus auf des Festes Wiese, das Turniere zog sich hinne,
dem Edelmann ward bang im Schritte, sei es doch bald vorbei.
Der Lokus zeitlich noch in weiter fern, stand einladend minder Ellen weiterford.
Der Rittersmann in seiner Not wünschte sich an jenen Ort.

Jed Kämpfer brauchte der Anlauf vielfach,
des wartend Heroen Blase ward des Platzens nahe

„Ja könnt ihrer denn net kämpfe??“ schallt er, vergaß seint Etikette.
So er gab dem Rosse einen Tritt, er alle Lanzen gleichzeitig zum Kampfe forder.
„Welch Wahn hat ihn geritten?“, verkünd der Prinze laut.
Die Ritterschar in linker Reih, der Ungestüme rechts, Prinzessin Emers Tuche fiele,
beid Seit gebt sich die Sporen.
Ein jeder Ritter fällt, es scheppert uns int Ohren.

Am Ent dort nur der ein noch stand, er tat inzwischen wimmern,
Der prinzlich Gäste applaudierte, das Volk hingegegen tobte,
es dem Ritterlein erschallte, wie einst am Wasserfalle,
all Eil hat nichts genützt derweil, auch seine Rüst der Roste nun droht.

So er konnt es nicht mehr halte, ergoß in die Rüste seine Not.
Des Emers Siegkuß er verschmähte, die prinzlich Prämie er vergaß,
er nur rasch zu seinem Zelte flüchte.
Dies Sieg ward kein Genuß.

So Schmiedlein Eisenhauer sei behände, bringe er im Rüstebaue ein Wende,
schaffe Rüstzeug für den Reiter, nebst Tricht un Rinne fürs Geschäfte.

ENDE

Nur Heco van Doune besitzt die Frechheit seinen Herrn Prinz Brin in so einer Ode der Einfallslosigkeit und der Unbeherrschtheit zu bezichtigen, der Ritterschaft menschliche Schwäche zusagen und sie sich selbst besudeln lassen. Letztlich könnt ihm selbst der Handwerker seinen Scherz übelnehmen… Er ist allerdings auch der einzige, der nicht mit einer Strafe rechnen muss. Schließlich ist er der Hofnarr des Hofes und außerdem wird er als einer der „7 Gezeichneten“ sein Leben für ganz Aventurien in die Waagschale werfen. Wer würde es also wagen, dem Schelm bei noch so bitteren Satiren in den Kerker zu werfen, oder gar hinrichten zu lassen?

(c)1999 Kay Fiedler

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Gedichte Geschriebenes

Dem Helde zum Gedenke von sin Schwerte

Heco van Doune:

Dem Helde zum Gedenke von sin Schwerte

Ich hielt Gegner meiner Held auf Armeslänge fort
Bot ihm scharfe Klingenmacht an jedem Ort
Doch ein Feuerkugel heiß aus sich´rer Ferne
Schickte ihn trotz meiner in die Sterne

… so merke:

Hieb- und Stichwaffen, so erzählen Bände
Gehören nicht in Thorenhände

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Gedichte Geschriebenes

Die G’schicht des Helden Freist

Heco van Doune

Die G’schicht des Helden Freist

 

Losgereist ward der Knabe Jung

Zu stählen den Körper und den Geist

Alsbald tat im Reiche um die Kund

Von dem Heißsporn Junker Freist

 

Tick Tick – Tick Tick

 

Junker Freist focht allein einen Drachen

Schlug eine Horde Orken in die Flucht

Von dem gehärteten Freist erklang ein Lachen

Den Vampir er pfählte in der dunklen Gruft

 

Tickedi Tickedi – Tickedi Tickedi

 

Der Freist so sprach der Adel und der Volkesmund

Führte seine Klinge als sei es eines versierten Malers Pinsel-Kunst

So ernannte man ihn zum Marschall im Reichesbund

Nach vielen Scharmützeln wehte sein Name überm Schlachtendunst

 

Bummdidi Bumm – Bummdidi Bumm

 

Der Lehnsherr Freist des Alters grau

Der Kriege genug geschlagen immer dem Reiche Treu

Suchte der Erbfolge züchtig eine Frau

Fand eine Magd int sein Gefolge ohne Scheu

 

Tick-Tick – Tick……….

 

Der alte Freist hat es geheissen

Sei unbesiegbar ein Bezwinger eigner Körperkraft

Läßt fortan von den Würmern sich beißen

Das Herz stockte und verließ ihn mitten im Liebesakt

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