{"id":5607,"date":"2021-03-05T16:32:55","date_gmt":"2021-03-05T15:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/yakobo.de\/?p=5607"},"modified":"2021-03-05T18:18:50","modified_gmt":"2021-03-05T17:18:50","slug":"der-rotstift","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yakobo.de\/?p=5607","title":{"rendered":"Der Rotstift"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Rotstift unserer Kultur und das sterben aller Geschichten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Diskussionen \u00fcber das f\u00fcr und wider der &#8218;Political Correctness&#8216;, die derzeit mit sehr viel Hassrede durch das Internet schwappt, macht mich ein weiteres mal sehr zornig. &#8218;Zornig?&#8216;, m\u00f6gen Sie fragen, darf man das \u00fcberhaupt so ausdr\u00fccken? Ist das nicht etwas zu heftig, als das &#8218;ungehalten&#8216; das bessere Wort w\u00e4re, um Unmut in Worte zu fassen?<\/p>\n\n\n\n<p>Derzeit sehen sich Dienste der darstellenden K\u00fcnste, wie beispielsweise Netflix und Disney+, dazu verpflichtet Proclaimer zu setzen; Vorworte, die explizit darauf hinweisen, dass der nun folgende Inhalt politisch Inkorrekt ist, man distanziere sich mit diesem Proclaimer ausdr\u00fccklich von der Verantwortung!<\/p>\n\n\n\n<p>Als Erfolg dieser Handlungsweise erzeugt sie die immer gr\u00f6\u00dfer werdende Gruppe derer, denen der Hinweis allein nicht genug ist. Sie fordern die Streichung von der Programmliste, bzw. das Herausschneiden fragw\u00fcrdiger Szenen. Sie sehen es als unzul\u00e4ssig und herabw\u00fcrdigend in unserer modernen Medienwelt immer noch mit solchen Archetypen oder gar klarer Diskriminierung geschm\u00e4ht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Liste der bedenkenswerten Medien ist lang und zieht sich quasi durch alle Genres. Aber am Erstaunenswertesten trifft es einen Erwachsenen wohl immer dann, wenn es um Filme und Serien geht, die man selbst als Kind schon viele Male gesehen hat und sich nun vor den Kopf gesto\u00dfen f\u00fchlt, da man quasi nachtr\u00e4glich unterstellt bekommt, man tr\u00fcge Mitschuld an einem falschem Weltbild, welches nun mit wehenden Fahnen korrigiert werden m\u00fcsse, um es nicht in die n\u00e4chste Generation zu verschleppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dumbo, Pinocchio, Pippi Langstrumpf, Die Muppets, Sesamstrasse, Schl\u00fcmpfe, Tom und Jerry, Susi und Strolch, Aristocats, Dschungelbuch&#8230; eine endlose Liste, schon bei vermeintlich harmlosen Filmen und Serien, die als FSK 0 bis 6 eingestuft sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Es geht dabei nicht ausdr\u00fccklich um die falsche oder ver\u00e4chtliche Darstellung Schwarzer, sondern vielmehr um die falsche Darstellung aller Archetypen, die sich gegen die Diskriminierung wehren k\u00f6nnten: Vom angeblich kein &#8218;R&#8216;-aussprechenden Chinesen mit deutlichem \u00dcberbiss zum gegenteilig unentwegt &#8218;R&#8216;-rollenden Italiener. <\/p>\n\n\n\n<p>Klischees, die uns unser Leben lang begleiten, so wie jeder Deutsche Lederhosen tr\u00e4gt, unentwegt jodelt und nat\u00fcrlich ein echter Nazi ist. Ich, Sie, Du \u2013 der Du das gerade liest; ach nein, Du nicht! Du bist immun! Aber du da hinten, du bist Nazi und Rassist, sehe ich am Augenaufschlag!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir machen diese Welt nicht besser, indem wir den Rotstift ansetzen, wir erreichen damit einzig das Gegenteil! Wir \u00e4ndern unsere Geschichte nicht! <\/p>\n\n\n\n<p>Die Christianisierung Europas und das gewalthafte Einnehmen von Afrika und Amerika k\u00f6nnen wir Europ\u00e4er mit noch so viel Rotstift nicht ungeschehen machen, ebenso wenig wie zwei Weltkriege und die Atombombe auf Hiroshima. <\/p>\n\n\n\n<p>All das sind wir und wir m\u00fcssen uns dieser Ungerechtigkeit stellen, um es f\u00fcr die Zukunft besser machen zu k\u00f6nnen. Daf\u00fcr ist Aufkl\u00e4rung n\u00f6tig, ein &#8217;nicht Vergessen&#8216;, ohne dabei gleich Vorw\u00fcrfe mitschwingen zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00fcrde passieren, wenn man den Rotstift an dieser Stelle hinnehmen w\u00fcrde, wo w\u00fcrde man die Grenze ziehen wollen? Allein bei der Hautfarbe? Bei der Religion? Reicht das? <\/p>\n\n\n\n<p>Wir hatten eben schon den &#8218;R&#8216;-rollenden Italiener und uns Deutsche im Weltbild; was ist mit den Klischees von Franzosen, Engl\u00e4ndern, Niederl\u00e4ndern, Bayern, Hamburgern, Altonaern, Herbertstrassenbesuchern, M\u00e4nnern, Frauen, einfach nur Kindern, Tieren und Pflanzen?<\/p>\n\n\n\n<p>Sie m\u00f6gen diese Frage zu Allgemein und unangebracht finden, da es schlie\u00dflich um etwas sehr Ernstes und Sittliches geht! Dann k\u00f6nnte ich Ihnen beweisen, dass Sie falsch liegen und jegliche Publikation die ausreichenden Kriterien erf\u00fcllt, um dem Rotstift zum Opfer zu fallen! Jeder Film, jeder Roman, jede Serie, jeder Beitrag in den sozialen Medien v2.0 bis hin zu diesen Zeilen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie werden immer jemanden finden, der sich mit dem geschriebenen Wort nicht einverstanden f\u00fchlt. Jeder dieser Antagonisten hat selbst, so wie der Schreiberling selbst, das Recht zu seiner Meinung. Das Impliziert aber nicht grunds\u00e4tzlich, das seine Meinung mehr Recht hat, als die des urspr\u00fcnglichen Schreibers. &#8218;Recht hat, wer am lautesten schreit!&#8216;, hei\u00dft es deshalb ja auch nicht ohne Grund!<\/p>\n\n\n\n<p>Sie zweifeln? Nehmen Sie ihre pers\u00f6nliche Lieblingsserie, Buch oder Film und lassen sie die erste Szene durchlaufen. Es ist dabei egal, ob Humor, Ernst, Krimi oder Historie das Thema ist. Dann machen Sie &#8218;Stop&#8216; und nehmen die Szene auseinander. F\u00fcr Sie mag es eine banale Darstellung gewesen sein. Doch! Wer k\u00f6nnte sich \u00fcber die Szene in Rage reden und warum?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist der Arzt mit der Darstellung seiner Zunft zufrieden, wenn dort Mediziner gezeigt werden, die bereits drei 24-Stunden-Schichten geschoben haben und sich nur noch durch Aufputschmittel wach halten, um ihre Pflicht an der Menschheit zu erf\u00fcllen? Nat\u00fcrlich ist das Teil einer m\u00f6glichen Realit\u00e4t, aber will sich ein echter Dr. Brinkmann in dieser Rolle sehen, um so schlimmer wenn es Teil seiner Realit\u00e4t w\u00e4re?<\/p>\n\n\n\n<p>Ist der Polizist mit der Darstellung eines Dank Schimanski archetypischen Ermittlers zufrieden, der in seinem Schmuddelaufzug sa\u00fcft, rumhurt und sich Pr\u00fcgeleien hingibt, morgens nicht wei\u00df wo er sich beim Aufwachen befindet? F\u00fcr Sie mag das unterhaltend sein, aber f\u00fcr einen Polizisten, der sich bei der Berufswahl seinerzeit vielleicht lieber an einem distanzierten aufrichtigen Derrick orientiert sah? F\u00fcr ihn ist die Darstellung moralisch falsch, gibt ein schlechtes Bild der Polizeiarbeit an die Zuschauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann war da noch die alte etwas senile Oma, die am Ende der Szene dem jungen Menschen vielleicht doch den Schneid abkauft, dennoch etwas &#8218;dumm&#8216; im Gesamtbild wegkommt. Mag eine alte Zuschauerin sich mit der Darstellung zufriedengeben? Muss sie damit das Weltbild \u00fcber alte Menschen als senile alte Generation auf sich sitzen lassen? Wo ist also die Grenze?<\/p>\n\n\n\n<p>Stellen Sie sich vor, dass der Schauspieler selbst sich nach Jahren von seiner Darstellung des nach Aussage der Fans besten Darstellung dieser Rolle \u00fcberhaupt, von dieser Rolle distanziert und eine Streichung seiner Szenen verlangt. Seien Sie sich klar dar\u00fcber, dass der Schauspieler das Recht dazu hat seine Leistung als ungen\u00fcgend einzustufen, aus welchen Hintergr\u00fcnden auch immer.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sollte er das Recht haben damit vor der Gesellschaft Recht zu bekommen? Stellen Sie sich die Piraten der Karibik ohne Jack Sparrow vor, den Herrn der Ringe-Trilogie ohne Gollum; nur weil den Schauspielern nach Jahren ihre Darstellung nicht mehr zusagt? Sei es, weil man sie auf diese Rollen distanziert, weil sie ihr eigenes K\u00f6nnen mehr h\u00e4tten zeigen wollen, als die Rolle es damals hergab? Muss der Film deshalb eingestampft werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Was d\u00fcrften sogenannte und selbsternannte Comedians noch an Show darbieten? Grundlage jeden Witzes ist die Zurschaustellung von Unterschieden und Peinlichkeiten zwischen Geschlechtern, Politik, Religion, V\u00f6lkern und Rassen. Wenn wir per Rotstift all diese heiklen Themen aus ihrem Repertoire streichen, machen wir sie nahezu arbeitslos.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei denn sie machen sich nur noch \u00fcber sich selbst und ihre eigenen Unzul\u00e4nglichkeiten lustig, was gemessen an Rowan Atkinsons Mr. Bean auch lustig sein kann, aber noch lange nicht den Geschmack der breiten Masse widerspiegeln muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt noch die Fantasie. Diese sollte doch frei von Barrieren und rassistischen Vorurteilen sein, keine Zensur kennen. Zwerge, Elfen und Einh\u00f6rner, aber auch Weltraumgeschichten wie etwa Star Wars und Superhelden aus den Studios um Marvel und DC Comics sind neben allerlei M\u00e4rchen seit Grimms Ansammlung volkst\u00fcmlicher \u00dcberlieferungen in diesem Genre vereint. Warum sollte man da den Rotstift ansetzen, wenn man doch nachweislich niemanden verletzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Nur mal als Anmerkung: <\/p>\n\n\n\n<p>Grimms M\u00e4rchen sind bereits durch den Rotstift der Gebr\u00fcder Grimm kastriert worden, da sie die Geschichten oft schon f\u00fcr zu b\u00f6se hielten und lieber Hexen in Form von Stiefm\u00fcttern erfanden, statt die eigene Mutter jagt auf die lieben Kinderlein machen zu lassen, so wie es in der eigentlichen Erz\u00e4hlung gewesen war. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Gebr\u00fcder christliches Verst\u00e4ndnis von Mutterliebe lie\u00df dies nicht zu, also verst\u00fcmmelten sie die Geschichten, die unter dem Aspekt der eigenen Mutter einen ganz anderen Kontext h\u00e4tten, wenn man nur mal an H\u00e4nsel und Gretel oder Schneewittchen denkt. Bitter, oder? Aber auch M\u00e4rchen spiegelten einst die Realit\u00e4t, die von Mund zu Mund ging.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Fantasie kommen dann die Realisten zu ihrem Rotstift. Jene, die einem wissenschaftlich erkl\u00e4ren, dass das Gezeigte Humbug und fernab jeglicher Realit\u00e4t ist, es im Weltall keine Ger\u00e4usche gibt, weshalb laute Weltraumschlachten Nonsens seien. <\/p>\n\n\n\n<p>Verfolgungsjagden mit Autos durch eine belebte Einkaufszone, ohne Verletzte; fliegende Menschen, Zombies, Zauberer mit Feuerb\u00e4llen dank Willenskraft. <\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte junge aufwachsende Geister nicht mit derlei Schund verkleistern! Auch diese Meinung kann man durchaus verstehen, also her mit dem Rotstift!<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt haben wir noch \u00fcbrig: Real-, Historien- und Pornofilme. Letztere sind schnell abgehandelt, da sie im Regelfall auch eher M\u00e4nner zu einem einzigen Zweck anregen sollen. Und ob ihr Gest\u00f6hne nun real oder aufgesetzt ist, ist egal, solange es dem Endziel Samenerguss entgegen kommt. Es gibt seit Jahren Bem\u00fchungen auch mehr Filme dieser Art f\u00fcr Frauen attraktiver zu machen, aber ein Gros der Weiblichkeit distanziert sich an dieser Stelle wohl von diesem Genre.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Realfilmen z\u00e4hle ich zum Beispiel auch autobiographische Filme, wie zuletzt Bohemian Rhapsody oder auch Rocketman, die geschichtlich betrachtet noch gar nicht so alte Geschichten erz\u00e4hlen. Trotzdem gibt es zwei gravierende Unterschiede beider Rockfilme.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle Queenmitglieder k\u00f6nnten Bohemian Rhapsody thematisch abnicken, da sie f\u00fcr die Szenen in denen sie selbst pr\u00e4sent waren, f\u00fcr weitestgehend authentisch erkl\u00e4ren k\u00f6nnen; nicht so die Szenen in denen nur die Geschichte von Freddie Mercury und seinen Umgang mit seinem nahenden Ende erz\u00e4hlt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Es kann so gewesen sein, wie es erz\u00e4hlt wird und st\u00fctzt sich dabei auf Erz\u00e4hlungen naher Freunde und Bekannter des Rockstars. Aber muss das zwingend die einzige und echte Wahrheit sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite Rocketman, finanziert und mitgestaltet durch Elton John h\u00f6chst selbst. Was k\u00f6nnte echter sein? Dann kommt der Moment seines Durchbruchs, der Moment als er eins wird mit seinem Piano, alles um ihn herum entschwindet und er eigentlich erst der Rocketman Elton John wird, die selbsterfundene Figur, wie David Bowie&#8217;s Starman und Ziggy Stardust.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Realist mag an dieser Stelle mosern, da die Szene zu abgehoben ist. Dennoch muss man Elton John zugestehen, dass er es damals genau so empfand, wie er es uns jetzt darstellt. Warum sollte er uns anl\u00fcgen im Bezug darauf sich so halbg\u00f6ttlich und dennoch so angreifbar zu pr\u00e4sentieren?<\/p>\n\n\n\n<p>Da er noch lebt kann man ihn fragen und er w\u00fcrde best\u00e4tigen: Ja, genau so habe ich es damals empfunden! Alles um mich verschwand und ich wurde eins mit dem Universum. Nur ich und mein Piano!<\/p>\n\n\n\n<p>Machen solche Szenen den Film Rocketman weniger authentisch, obwohl der beschriebene Mensch es selbst so beschreibt? M\u00fcsste man also hier den Rotstift ansetzen und Elton auf den cineastischen Boden der Tatsachen zur\u00fcckholen, w\u00e4hrend man bei Freddie Mercury nur vermuten kann?<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr s\u00e4mtliche Historien- und Kriegsfilme gilt dasselbe. Kaum ein noch Lebender kann Vorurteilsfrei vom zweiten Weltkrieg erz\u00e4hlen. Wir m\u00fcssen uns auf bereits erz\u00e4hlte Geschichten verlassen und auf den jeweiligen Blickwinkel. <\/p>\n\n\n\n<p>Dabei spielt auch immer der Fokus des neu Erz\u00e4hlenden eine Rolle. M\u00f6chte er uns eine Liebesgeschichte innerhalb jener Zeiten erz\u00e4hlen? Ein Drama, oder vielleicht das grausamste was er sich vorstellen musste und drehen konnte, ohne sich auf Zensur einstellen zu m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Film, blutig und dennoch so authentisch als m\u00f6glich, dass selbst der hartgesottenste Zuschauer die Augen zukneift oder zu Weinen anf\u00e4ngt? <\/p>\n\n\n\n<p>Darf man soviel Gr\u00e4uel nicht zeigen, wenn es doch die Wahrheit war? Wie viel darf ein Regisseur seinem Publikum zutrauen, als dass selbst eine Alterseinstufung von FSK18 nicht mehr ausreicht? Muss hier nicht der Rotstift her? Wenn es auch noch so authentisch ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Und was ist mit anderen Historienfilmen? <\/p>\n\n\n\n<p>Nehmen wir mal Robin Hood, selbst wenn seine Existenz nicht best\u00e4tigt werden kann, wird dieser Stoff nahezu in allen Genres verfilmt: Als Zeichentrick, mit Tieren, als Liebesfilm, als Kom\u00f6die, als Actionfilm und sogar als Versuch der historischen Erkl\u00e4rung unter Herbeinahme aller bislang bewiesener und angenommener Fakten, was nat\u00fcrlich einem Widerspruch in sich selbst darstellt, denn angenommene Fakten bezeichnet man schlie\u00dflich als Fiktion. <\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch bezieht sich der Robin Hood-Film auf die Frage: Wie k\u00f6nnte es wirklich gewesen sein, h\u00e4tte er tats\u00e4chlich damals gelebt? Der Stoff wurde also schon zig mal verfilmt und wird es auch in Zukunft erfahren, dennoch ist der Fokus immer ein anderer, wenngleich die Geschichte immer dieselbe bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf ebensolche Annahmen sind wir f\u00fcr alle anderen geschichtlichen Filme angewiesen. Wir k\u00f6nnen uns nur auf jene Geschichten verlassen, die uns \u00fcberliefert wurden. C\u00e4sar und Kleopatra, Troja, Ben Hur bis hin zu biblischen Monumentalfilmen wie die Zehn Gebote. <\/p>\n\n\n\n<p>Es ist filmerische Freiheit eine Liebesgeschichte umrum zu stricken, das historische Gewand f\u00fcr eine ganz andere Erz\u00e4hlung zu benutzen und historische Fakten dabei auch derart umzumodellieren, dass es zur gew\u00fcnschten Erz\u00e4hlung passt. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier kann man die Realisten gegen sich aufbringen, die den Rotstift wegen historischer Ungenauigkeiten ansetzen wollen. Gerade bei Themen rund um den Glauben f\u00fchrt fast jede christlich biblisch angehauchte Verfilmung zu gro\u00dfen Demonstrationen seitens vieler Gl\u00e4ubiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir also auch hier noch den Rotstift zugestehen und uns sagen: &#8218;Nun ja, man kann den Protest aufgrund all dieser Widrigkeiten ja verstehen, also setzen wir einen Proclaimer, bzw. setzen die Schere an!&#8216;, bleiben nur noch wenige erz\u00e4hlbare Geschichten \u00fcber, ohne irgendjemanden falsch oder schlecht darzustellen, zu diffamieren oder blo\u00df zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei muss man als Antirassist nicht immer gleich von negativen Assoziationen ausgehen. Nur, weil ein Ort oder eine Firma seit Generationen Neger hei\u00dft, muss daraus nicht gleich eine Verbindung gesehen werden, die es zu unterdr\u00fccken gilt. <\/p>\n\n\n\n<p>Nur weil sich ein Wei\u00dfer f\u00fcr den Fasching als Schwarzer verkleidet, muss man sich als Schwarzer nicht gleich beleidigt f\u00fchlen. Das muss nicht zwingend rassistisch gemeint sein, sondern ebenso den Widerstand gegen Rassenhass des Kost\u00fcmierten zum Ausdruck bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten m\u00fcsste man jedem Schwarzen Komiker unterstellen die W\u00fcrde der Schwarzen in Frage zu stellen: Richard Pryor, Eddie Murphy, Will Smith, Whoopi Goldberg und viele andere s\u00e4hen sich da vermutlich nicht als schuldig, da sie sich in erster Linie als Unterhalter sehen, unabh\u00e4ngig von ihrer Hautfarbe. So mimen Schauspieler wie Dwayne Johnson und Samuel L. Jackson gerne harte Typen im Kampf f\u00fcr die Gerechtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade Letzterer spielte aber schon recht kontroverse Rollen, wenn man z.B. an den &#8218;fiktiven&#8216; Hausdiener aus Django Unchained denkt. Ob es Schwarze gegeben hat, die tats\u00e4chlich soviel Macht \u00fcber Sklaven aus\u00fcben durften?<\/p>\n\n\n\n<p>Denkbar, wenn man \u00fcberlegt das heute Kindersoldaten konfektioniert werden auf andere Schwarze und Wei\u00dfe zu schie\u00dfen, ohne die Wahl zu haben als Waffe missbraucht zu werden. Und an dieser Stelle stellt sich die Frage nach dem Rassismus \u00fcberhaupt nicht mehr, sondern schreit vielmehr vor Fassungslosigkeit vor so viel Grauen, die Menschen Menschen antun k\u00f6nnen. Denn diese Kinder werden von Erwachsenen und anderen Kindern gedrillt, unabh\u00e4ngig ihrer Hautfarbe.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Liedszenen aus Dumbo somit aus einem anderen Blickwinkel zu bewerten: Wurden diese Lieder fr\u00fcher so von Sklaven gesungen? Ja, wurden sie, ist also eine Tatsache! Sind sie erniedrigend? Weisen diese Lieder auf Sklavendienst und den Wert ihrer Arbeit in den Augen ihrer Wei\u00dfen &#8218;Herren&#8216; hin? Ja, denn es sind Klagelieder! <\/p>\n\n\n\n<p>Sollte man sie deshalb Schneiden oder explizit darauf hinweisen? Nein! Denn diese Lieder, so grauenhaft ihr Inhalt auch sein mag sind Teil der Geschichte der Schwarzen Amerikas. Diese Geschichte soll und muss erz\u00e4hlt werden. Und in Dumbo sprechen diese Lieder sogar f\u00fcr sich selbst und legen Zeugnis der Unterdr\u00fcckung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re Dumbo als historischer Film mit dem Auftrag dahergekommen \u00fcber das Unrecht der Sklaverei zu berichten, w\u00e4re das Liedgut als Zeitdokument in Ordnung gewesen, oder? W\u00fcrde man einen Dokumentarfilm \u00fcber die Bannliste dieser Filme und ihre Begr\u00fcndung drehen, w\u00e4re die Darstellung sowohl der Kr\u00e4hen als auch der Lieder Teil der Notwendigkeit und somit in Ordnung?<\/p>\n\n\n\n<p>Schon die Darstellung im alten Dumbo k\u00f6nnte auf ein einfaches Hinweisen auf Ungerechtigkeiten zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, statt boshaften Rassismus zu unterstellen! Walt Disney hat sich bei der Absegnung mit Sicherheit nicht gedacht: <\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Hey, dass ist doch einen Lacher wert weil Unterdr\u00fcckung Schwarzer lustig ist und somit ein Schenkelklopfer&#8216;, sondern vielmehr ein Gleichnis zwischen dem traurigen und sich nutzlos f\u00fchlenden Elefanten und den versklavten Arbeitern. Eine Ungerechtigkeit auf die Disney hier dezent mit seinen Mitteln hinweisen wollte, ohne gleich einen antirassistischen Film in die Kinos zu bringen, sondern auch Kinder dezent auf das Thema hinzuweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte Walt Disney damals einen schwarzen Jungen namens Dumbo eine \u00e4hnlich traurige Geschichte erleben lassen, h\u00e4tte der Ku-Kuxs-Clan Disneys Studio abgefackelt. So tat er es hintenrum, um die Traurigkeit eines wei\u00dfen Elefanten immer im Einklang mit der Ungerechtikeit den Sklaven gegen\u00fcber zu zeigen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfen und alten Elefanten stehen f\u00fcr die Herrenrasse, die Unterdr\u00fccker, die Dumbos Mutter bel\u00e4cheln, Dumbo und den Rest des Zirkus als ihr Territorium ansehen und auslachen. Statt den Film also als Gleichnis zu sehen, wird dieser Versuch 2021 durch Disney+ unter Abbitte in Frage gestellt und somit sogar ins Gegenteil verdreht. Komische Welt, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich verstehe den Protest gegen die Folgen der Sklaverei, die immer noch nicht vollzogene Gleichstellung von Schwarz und Wei\u00df, den Kampf von Frauen gegen ihre Unterdr\u00fcckung, den Kampf gegen Rechts, gegen Gewalt in der Ehe, Trolle im Netz \u2013 so wie ich es hier gerade versuche.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese K\u00e4mpfe verstehe ich und wei\u00df auch, dass die K\u00e4mpfer und K\u00e4mpferinnen viel Kraft dabei brauchen, gerade wenn sie wie Don Quichotte feststellen m\u00fcssen sich gegen Windm\u00fchlen zu stemmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie alle haben sich keinem leichten Kampf verschrieben. Aber sie werden die Barrieren in den K\u00f6pfen der Menschen und vor allem der k\u00fcnftigen Menschen nicht verhindern, wenn sie die Geschichte umschreiben, verbieten, leugnen oder deren Auff\u00fchrung nur unter Protest und erhobenen Zeigefinger zulassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihnen bleibt nur, sich der geschriebenen oder verfilmten Geschichte zu stellen, Fragen der neuen Generation so gut und ehrlich als m\u00f6glich zu beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich aber als Erwachsener oder auch als Kind bereits im Vorwege dar\u00fcber informiert werde, dass der folgende Inhalt bedenklich ist, schaue ich den Inhalt von vorne herein etwa nur noch unter skeptischer Einflussnahme, oder ich suche mir gleich etwas anderes, wo der Rotstift noch nicht angesetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht mehr die Geschichte vom traurigen gro\u00dfohrigen Elefanten Dumbo, der eines Tages entdeckt dass er Fliegen kann und auch etwas ganz besonderes und einzigartiges ist, sondern der ge\u00e4chtete Film, in dem man sich in jeder Szene die Frage stellt:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Und, war es das jetzt gerade? Waren es die Raben, die zur Zensur f\u00fchrten? Oder war es die Tatsache das Elefanten weder sprechen noch fliegen k\u00f6nnen, oder gab es einen blasphemischen Anlass zur Zensur?&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck stellt sich ein Kind diese Fragen am Wenigsten, sondern kann sich noch am ehesten auf die eigentliche Essenz der Erz\u00e4hlung orientieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mir als Kind nie Gedanken \u00fcber Ernie und Bert als erstes m\u00f6glicherweise schwules P\u00e4rchen im Kinderfernsehen gemacht, \u00fcber den zum Gl\u00fcck nie \u00f6ffentlich vollzogenen Geschlechtsakt zwischen einer Sau und ihren Frosch Kermit, oder der Tatsache, dass sich ein kleines b\u00e4renstarkes rothaariges M\u00e4dchen selbst als Negerprinzessin tituliert und ihren Seemannsvater als besseren Piraten auch als Negerh\u00e4uptling vom Taka-Tukaland bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn an keiner Stelle von Pippi Langstrumpf wird dies aus Boshaftigkeit Lindgrens oder ihrer Pippi gegen\u00fcber Schwarzen gesagt, nicht einmal als Abwertung oder Erniedrigung.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr stellt sich eine ausgeflippte andersdenkende Pippi auf eine Stufe mit ihren Negern und redet von Ihnen wie von ihrer Familie, die man als Kind gerne mal kennenlernen wollte. Und dass es sich bei der Insel Taka-Tuka nicht um Negerregion handelt, m\u00fcsste mir ein Geologe erst einmal auf dem Globus nachweisen, da es die Insel nat\u00fcrlich nur in der Fantasie Lindgrens gibt und von Negern bewohnt wird, was ja eindeutig im Bereich des M\u00f6glichen liegt, ohne damit gleich sagen zu wollen alle Schwarzen seien Neger! Deshalb muss man die B\u00fccher und Filme nicht bereinigen, um das N-Wort zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich als Schwarzer meinen Kindern gegen\u00fcber ein Problem mit Pippi Langstrumpf habe, muss ich es ihnen nicht vorlesen. Es steht mir frei Astrid Lindgren in meiner Familie zu \u00e4chten und meine Kinder so vor dem N-Wort zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder aber! Ich stelle mich der Geschichte und warte auf die Frage der jungen Generation, was denn ein Neger \u00fcberhaupt w\u00e4re. Und dann kann ich mich auf einen langen Vortrag zu dem Thema einstellen, den geschichtlichen als auch den bedenklichen Teil erkl\u00e4ren, aus denen man heraus das N-Wort nicht so gerne h\u00f6rt und es daher ebenso wie alle anderen Kraftausdr\u00fccke wie bspw. Wichser, Arschloch und Nutte niemanden an den Kopf werfen sollte. So etwas kann und sollte man Kindern erkl\u00e4ren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen \u00fcberl\u00e4sst man es Schauspielgr\u00f6\u00dfen wie Whoopi Goldberg ein Vorwort zur Tom und Jerry-Serie zu sprechen, nicht etwa wegen der recht deftigen Gewalt die schon immer in der Kritik besorgter Eltern stand, sondern wegen der Hausmutter.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist jene Hausmutter, die im Regelfall nur als untere H\u00e4lfte einer erwachsenen Person in Schlappen und Hauskleid gezeigt wird, Tom ma\u00dfregelt und beim Zuschauer deshalb auch am ehesten als Tom&#8217;s Frauchen interpretiert werden d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir ist noch nie in den Sinn gekommen, dass es sich bei diesen F\u00fc\u00dfen um eine schwarze Frau handelt und es sich in der Folge noch dazu um Rassismus handelt, gegen den man mit einem Vorwort f\u00fcr Verst\u00e4ndnis Abbitte leisten m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kinder zu Jugendlichen werden, sich von den Vorschriften der Eltern nichts mehr diktieren lassen wollen, einander bewusst als &#8218;Bitch&#8216;, &#8218;Nigger&#8216;, &#8218;Assi&#8216;, &#8218;Nazisau&#8216;, &#8218;Digga&#8216;, &#8218;Altaahhhh&#8216;; wei\u00df der Kuckuck was es noch alles an Schimpfworten gibt, sich auch mal freundschaftlich um die Ohren hauen und damit gleichzeitig auch fast l\u00e4chelnd bruderschaftlich &#8218;Bro&#8216; meinen, mag im Hintergrund des Rotstifts an Literatur und Medien fast wie Hohn wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Erwachsener wissen Sie, dass ein vermeintliches als &#8218;Bro&#8216; dahingesagtes &#8218;Ey Nigger&#8216; auch die Hemmschwelle runtersetzt, wenn diese beiden &#8218;Bro&#8217;s&#8216; sich dann doch mal nicht so gut verstehen, sie das gegenseitige entgegengespuckte &#8218;Nigger&#8216; und &#8218;Nazi&#8216; pl\u00f6tzlich doch als Beleidigung erkennen und auch so meinen, damit bewusst verletzen wollen. Zumindest f\u00fcr die Zeit des Streits.<\/p>\n\n\n\n<p>Man versucht deshalb die junge Generation vor solchen Ausdr\u00fccken zu sch\u00fctzen und sie machen es eben genau deshalb zu ihrer Sprachkultur. Und sie machen dass nicht wegen Pippi oder den Muppets, sondern aus dem \u00f6ffentlichen Verbot heraus, gegen die Regel, gegen die Gesellschaft, gegen die Macht der Eltern! Den selben Effekt sehe ich im Bezug auf die immer sch\u00e4rfer beobachteten Vorschriften zur sogenannten Nettikette und deren Ausschluss bei Nichteinhaltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist im Netz wie im Leben. Ich kann um H\u00f6flichkeit bitten. Ich kann unh\u00f6fliche G\u00e4ste des Raumes verweisen, sie rauswerfen, wenn sie sich zur Wehr setzen und die T\u00fcr hinter ihnen schlie\u00dfen. Ich kann ihnen nicht verbieten mich weiterhin zu hassen und zu beleidigen, laut von drau\u00dfen zu rufen. Als Gastgeber bleibt mir nur, die Musik lauter zu stellen oder die Polizei zu rufen. Zu guter Letzt kann ich die Sache meinem Anwalt \u00fcbergeben. Mehr geht nicht, ohne mich auf die gleiche Stufe zu stellen, sofern ich mich f\u00fcr kl\u00fcger und \u00fcberlegen halte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nicht, und darauf hofft nat\u00fcrlich auch mancher Internettroll, begibt man sich auf das gleiche niedrige Niveau und klatscht sich gegenseitig ab. F\u00fcr die Trolle ist das Entspannung, f\u00fcr alle Opfer sehr m\u00fchselig und l\u00e4stig. Der Troll baut so Stress ab, das Opfer baut Stress auf. Die Trolle werden aber auch deshalb zu Trollen, weil sie bereits im Vorfeld ihre Benimmregeln vorgesetzt bekommen. Wie unsere Tochter genervt \u00e4u\u00dfern w\u00fcrde: &#8218;Regeln, Regeln, Regeln&#8230; KOTZ!&#8216; In der Folge hat man es mit mehr Trollen zu tun, als w\u00fcrde man Besuchern erst ab einem \u00dcberma\u00df an Kraftausdr\u00fccken mal eine Ermahnung zuschieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist das World-Of-Warcraft Filterph\u00e4nomen: Blizzard hat bereits sehr fr\u00fch bestimmte Kraftausdr\u00fccke im Chat gefiltert. Wer sie eingibt, sendet nur Hieroglyphen. Der Angesprochene wei\u00df daraufhin trotzdem, dass der andere einen Kraftausdruck aus der Liste benutzt hat, gleich in welchem Zusammenhang. Es ist quasi zum Sport der WoW-Trolle geworden herauszufinden, welche Begriffe nicht auf der Liste stehen, bzw. wie man diese trotzdem anwenden kann. Sie schreiben gesperrt mit Abst\u00e4nden oder r\u00fcckw\u00e4rts, Hauptsache man umgeht das Protokoll. So wird aus der vermeidlichen Hilfe zur Nettikette genau das Gegenteil erreicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Politisch stehen wir vor der gleichen Problematik. Wenn es nach der Masse im Netz und im Volk geht, m\u00fcsste jegliche rechtspopulistische Meinung einen Maulkorb angelegt bekommen, ein \u00c4u\u00dferungsverbot, eine eigene NAZI-Plattform notfalls, damit Facebook und Co. frei von dem braunen Dreck w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber w\u00e4re das eine L\u00f6sung? Ich muss die Meinung meines braunen Freundes und Mitbewohners nicht teilen, ich kann ihn bei zu lauter P\u00f6belung bitten, sich an die Benimmregeln zu halten. Aber ich kann ihm grunds\u00e4tzlich nicht den Mund verbieten. Mehr noch! Ich sollte ihm bis zu einem gewissen Ma\u00df auch zuh\u00f6ren und seine Sichtweise versuchen zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn die Grundessenz dessen was er sagen m\u00f6chte ist vielleicht gar nicht so dumm, wie es sich im Ansatz durch laute Parolen anh\u00f6rt. Vielleicht findet man auch logische Gegenargumente, sofern man ihn zu einem Gespr\u00e4ch auf sachlicher Ebene bekommt, was zugegeben nicht immer einfach ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss sich letztlich bis zu einem gewissen Grad auch mit dem P\u00f6bel-Troll einlassen. Es ist auch ein Mitb\u00fcrger und vielleicht nur gerade auf einem schlechten Weg. Wie er dort gelandet ist, was seine Geschichte ist, wissen wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber erst wenn wir herausbekommen, was ihn auf diesen Holzweg gebracht hat, k\u00f6nnen wir ihm helfen wieder logische Einsichten zu bekommen. Wir k\u00f6nnen und wir sollten es zumindest versuchen, bevor wir ihn als Unheilbar aus der Gemeinschaft ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie m\u00f6gen an dieser Stelle &#8218;Nein!!!&#8216; rufen, &#8218;Muss ich nicht!!!&#8216;. Nat\u00fcrlich haben Sie als Leser das gleiche Recht, sich auf Stur zu stellen. Sie k\u00f6nnen sich die Ohren zuhalten und &#8218;lalala&#8216; singen, solange der Rechte redet. Sie k\u00f6nnen sich einreden das aus dem Mund eh nur Schund kommt und dass dem &#8218;Nazi&#8216; am besten gleich der Kopf platzen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das k\u00f6nnten Sie nat\u00fcrlich tun, aber dann verschwenden Sie Ihre und seine Zeit! Um so schlimmer, wenn andere ihm zuh\u00f6ren und um Sie herum immer mehr &#8218;Ja&#8216;-Rufe an Ihren zugestopften Ohren abprallen, Sie aber nicht wissen zu welchem Thema diese Leute pl\u00f6tzlich &#8218;Ja&#8216; sagen, wo eben noch ein &#8218;Nein&#8216; vorherrschte. Sie haben pl\u00f6tzlich eine rechte Regierung vor sich und fragen sich wie das passieren konnte, nur weil Sie nicht in der Lage gewesen sind, zuzuh\u00f6ren \u2013 zu bewerten und Gegenargumente anzubringen, bevor zu viele &#8218;Ja&#8216; rufen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist an Ihnen, dem Rechten zuzuh\u00f6ren und das Vorgebrachte so logisch als denkbar zu entkr\u00e4ften, wenn er ihrer Meinung nach falsch liegt. Anders kann Demokratie nicht funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Machen Sie sich an dieser Stelle keinen Vorwurf, sollten Sie sich jetzt erwischt f\u00fchlen; schauen sie nur mal gelegentlich trotz aller Politikverdrossenheit einer Debatte zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Partei klatscht blind f\u00fcr die Sprecher der eigenen Reihen, w\u00e4hrend der Rest am Handy spielt oder vielleicht sogar etwas anderes Politikfremdes abarbeitet. Sie sind nicht allein mit Ihrer Ignoranz. Wir alle bezahlen diese Leute daf\u00fcr ein Spiegelbild unserer Gesellschaft zu sein!<\/p>\n\n\n\n<p>Suchen Sie den Dialog mit dem Rechten also nicht, sind Sie mit den Fingern in den Ohren keinen Deut besser als der Rechte. Sie sind nicht kompromissbereit, redebereit, entgegenkommend, sondern sagen nur aus: &#8218;Ich will nicht, ich will nicht und ich will nicht!&#8216;. Klingt am Ende kaum besser als der Troll, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Rassismus, Antirassismus, Semitismus, Antisemitismus, Apartheid, Antiapartheid, Moral, Antimoral, Hass und Liebe. Das alles sind Kehrseiten der gleichen Medaillen. Wer zu sehr in eine Richtung ausschl\u00e4gt, bekommt gewollt oder ungewollt den Gegendruck zu sp\u00fcren. Kein Antirassist m\u00f6chte f\u00fcr sich realisieren, dass je verbitterter er den Rassismus bek\u00e4mpft, selbst zum Rassisten wird. Denn das eigentliche Problem steckt in ihm selbst, nicht in der m\u00f6glichen oder sogar absichtlichen Provokation Dritter.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Mensch, der liebt oder hasst ist aus seiner Mitte heraus, deshalb denken frisch verliebte nicht logisch, lassen Kritik an der geliebten Person nicht zu, treffen f\u00fcr Au\u00dfenstehende unlogische Entscheidungen durch die rosa Brille. Wer hassen will, sieht in jeder Aktion seines Hassobjektes eine Provokation seiner selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Der eine Nachbar m\u00e4ht nur deshalb Sonntags den Rasen, weil er wei\u00df dass er seinen Nachbarn damit zur Wei\u00dfglut bringt. Pure Absicht, nat\u00fcrlich!<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei hat nur er selbst das Problem, weder die geliebte, noch die verhasste Person. Die Zielperson ihrerseits sieht die Welt aus eigenen Augen, mit m\u00f6glicherweise ganz anderen Ansichten zu dem Liebenden oder Hassenden, dazu mit einem vollkommen eigenen Weltbild, in dem der andere, jener der in Liebe oder Hass gerade au\u00dfer sich steht \u00fcberhaupt keine Rolle spielt, au\u00dfer als Statist mit dem Zugest\u00e4ndnis einer Sprechrolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Um bei dem Rasenm\u00e4hen zu bleiben: Der M\u00e4hende ist \u00fcber den Wutausbruch des Nachbarn vielleicht \u00fcberrascht, da er eigentlich nur noch vor der neuen Arbeitswoche m\u00e4hen wollte und es am Abend noch regnen sollte, daher Husch mal schnell den M\u00e4her angeschaltet.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat bis zu diesem Sonntag noch nie einen Gedanken an seinen Nachbarn verschwendet, w\u00e4hrend dieser seinen M\u00e4hernachbarn ganz genau fixiert hat und seit Wochen auf so einen Moment gehofft hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der w\u00fctende Nachbar hat nat\u00fcrlich recht damit, dass er seine Sonntagsruhe als gest\u00f6rt ansieht, w\u00e4hrend er dabei nicht in Betracht zieht, dass der M\u00e4hende im Gegensatz zu ihm nur die Wochenenden hat, um solche Hausarbeiten zu erledigen. Es kommt also auch hier darauf an, wie beide Parteien miteinander umspringen und vor allem in was f\u00fcr einem Ton.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Welt des Liebenden\/Hassenden ist immer nur so gro\u00df oder klein, wie er es selbst zul\u00e4sst. Deswegen liegen Hass und Liebe gef\u00fchlstechnisch auch so dicht beieinander, weil beide Gef\u00fchle sehr intensiv und irreal sind, mit Logik eben nicht erkl\u00e4rbar! Deshalb kann abgrundtiefe Liebe auch so schrecklich in abgrundtiefem Hass enden, aus gegenseitigem Hass aber auch Liebe entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden durch Verbote, Vorworte, Regeln und immer mehr davon keine bessere Gemeinschaft aufbauen, den Rassismus nicht besiegen und auch nicht daf\u00fcr sorgen, dass s\u00e4mtliche Vorurteile abgebaut werden. Jeder von uns ist einzigartig, hat seine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Was? Ja, Sie auch! Wobei&#8230; Sie da ganz hinten vielleicht doch nicht! \u2026 Ausnahmsweise!!&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Schw\u00e4chen der meisten von uns geh\u00f6rt, dass er zu aller erst sich selbst und seiner Meinung vertraut, gefolgt dann von jenen die ihm \u00e4u\u00dferlich \u00e4hneln, oder ihn verbal best\u00e4tigen k\u00f6nnen und das auch tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Familie sucht man sich nicht aus, aber Freunde und Bekanntschaften rekrutiert man erst einmal aus diesem Gesichtspunkt heraus, weil es einem leichter f\u00e4llt, da man sich selbst gespiegelt sieht.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle anderen Hautfarben, Religionen, Behinderungen, Sprachen und sonstige \u00e4u\u00dferliche Andersheiten sind erst einmal auf einem gr\u00f6\u00dferen Pr\u00fcfstand, haben es schwerer zu einem Vertrauten zu werden. Jeder muss f\u00fcr sich erst einmal lernen, dass der &#8218;Fremde&#8216; genauso ein &#8218;Freund&#8216; werden kann, dass man gemeinsame Ansichten vertritt, \u00e4hnlichen Hobbys nachgeht und vom Lebensziel her auch nur ein harmonisches Auskommen mit dem Leben selbst sucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber grunds\u00e4tzlich neigen wir dazu uns mit den unsrigen zusammenzurotten und die Au\u00dfenwelt ein St\u00fcck weit auszusperren. Afrikaner unter Afrikanern, t\u00fcrkische Kulturvereine und Chinatown sind typische Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>In jeder Stadt und Gemeinde gibt es Viertelbildungen in denen Fremde ein St\u00fcck weit willkommen sind, aber nur wenn sie sich nicht einmischen. Das unterscheidet nicht nur Hautfarbe und Religion, sondern ebenso Arm und Reich, Gesetzestreu und nicht so Gesetzestreu, trennt Nachtleben und Drogenmilieu von Vierteln &#8217;normaler&#8216; Familien mit Kikas und Schulen f\u00fcr &#8217;normale&#8216; Kinder, vom sonstigen Abschaum menschlichen Vorhandenseins.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schreibe es bewusst so aggressiv und nahezu anklagend. Ihnen soll bewusst werden, dass das normal ist und aus der Angst der einzelnen Gruppenbildungen heraus auch gar nicht anders sein kann. Wir neigen zu Rottungen Gleichgesinnter und folgerichtig zum Ausschluss aller anderen. So sind auch Rocker unter sich, Gamer unter Gamern und Eltern in Erziehungsforen. Wir alle grenzen uns ab und definieren uns ein St\u00fcck weit mit unseren Gruppen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir brauchen diese Abgrenzungen auch, um uns selbst zu positionieren. Wir grenzen uns ab, indem wir bestimmte Kleidung und Schmuck tragen, die unserer akuten Meinung nach zu uns passt, w\u00e4hlen unsere Haustiergattung aus unserer pers\u00f6nlichen Vorliebe. Individualit\u00e4t ist wichtig f\u00fcr jeden von uns, kann aber von einem Dritten als st\u00f6rend empfunden werden. Es geht hier, wie die ganze Zeit dieses Schreibens schon, um Sichtweisen und Meinungen Einzelner in einer Gemeinschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu z\u00e4hlt auch der Irrtum. Denn nur, weil mein gegen\u00fcber milit\u00e4risch angehauchte Kleidung tr\u00e4gt und einen B\u00fcrstenhaarschnitt oder Glatze hat, ist er nicht automatisch Kriegsliebhaber, Hooligan oder Nazi.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber er wird instinktiv erst einmal dort hin sortiert. Der Mann kann der liebste Vater sein, seinem Job t\u00fcchtig und gewissenhaft nachkommen, tr\u00e4gt die Kleidung weil er den milit\u00e4rischen Stil einfach durch ihre Schlichtheit mag und kurze Haare bzw. Glatze weil es einfach praktisch ist, oder seiner Schuppenflechte entgegenwirkt, oder er eh schon eine Halbglatze hatte und gegen Toupets ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist, wir kennen diese Person nicht, sortieren sie aber instinktiv zu &#8218;fremd&#8216; und damit auch ein St\u00fcck weit zu &#8218;falsch&#8216; und &#8218;auf Pr\u00fcfstand&#8216;.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden nie alle einer Meinung sein und alle Vorurteile abschaffen k\u00f6nnen. Dazu m\u00fcssten wir absolut einheitliche gleichgro\u00dfe Ganzk\u00f6rperuniformen tragen und jeden eigenen Gedanken in bester Star Trek-Borg-Manier zu einem Kollektiv gleichschalten. Die NSDAP war diesem Ziel in Deutschland schon bedenklich nahe, wenn man die Geschichte beschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4re heute, h\u00e4tte Hitler die Weltherrschaft an sich gerissen und die Welt nach dieser Utopie umgeformt? Widerstandslos, alles &#8218;fremde&#8216; vernichtend, jedes &#8218;gr\u00f6\u00dfer&#8216;, jedes &#8218;kleiner&#8216;, jedes &#8218;anders&#8216;? Im Gleichmarsch voran? Denken schadet! Kaum zu glauben, aber ja \u2013 die Menschheit h\u00e4tte heute tats\u00e4chlich den Weltfrieden durch die totale Vernichtung erreichen k\u00f6nnen, zum Preis eines v\u00f6lligen Verzichts auf freies Denken, Kultur oder freie Meinungs\u00e4u\u00dferung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;Quatsch!&#8216;, mag ein sehns\u00fcchtig tr\u00e4umender Altnazi rufen, &#8217;nat\u00fcrlich h\u00e4tten wir Meinungsfreiheit und Kultur!&#8216; Und ja, wir h\u00e4tten diese tats\u00e4chlich, solange wir mit unserer freien Meinung und der Kultur den R\u00fccken des Dritten Reichs best\u00e4rkt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritiker und wirklich anders Denkende w\u00fcrden verstummen oder verschwinden. So war es damals, so w\u00e4re es heute. Was k\u00f6nnen wir froh sein, das die Alliierten unsere Gro\u00df- und Urgro\u00dfv\u00e4ter gestoppt haben! Fragt sich nur, wer die heutigen Fanatiker stoppt!<\/p>\n\n\n\n<p>Und nehmen wir doch gerade die deutschen Nachkriegsverbote als Vergleich zu der Pr\u00e4ambel vor Filmen im Heute. In Deutschland gibt es ein striktes Verbot des Hakenkreuzes, immer noch! Jetzt lassen wir dumme und t\u00f6richte Jugendliche mal au\u00dfen vor, die aus Nichtwissen, Trotz und der Verlockung des Verbotenen heraus das Zeichen an W\u00e4nde und Schultische schmieren, um sich als B\u00f6se Jungs zu etablieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die deutsche Filmindustrie hatte sich lange an dieses Verbot zu halten. Da wir aber sehr viele Filme aus aller Welt in unsere Kinos holen, die wiederum nicht an das Verbot gebunden sind und sich mit der Aufarbeitung des zweiten Weltkriegs besch\u00e4ftigen durften, wird nat\u00fcrlich auch als Zeichnung des abgrundtief B\u00f6sen das Hakenkreuz gezeigt. Dies ist aus dramaturgischen Wirkkr\u00e4ften der Erz\u00e4hlung wegen auch gar nicht vermeidbar. Jeder Mensch sollte um die Bedeutung dieses Zeichens wissen und weshalb man es eben nicht leichtherzig straflos dahinschmieren sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen d\u00fcrfen auch deutsche Filmemacher das Thema Kriegsbew\u00e4ltigung endlich etwas freier aufgreifen, sogar durch neue Publikationen wie etwa &#8218;Er ist wieder da!&#8216; eine v\u00f6llig neue Sichtweise und sogar humoristische Aspekte ins Spiel bringen. Wir als deutsches Volk, auch als neues vom damaligen Krieg unber\u00fchrtes Volk, m\u00fcssen uns an den Krieg der hier stattfand erinnern; an all die Falschheit, an die Gr\u00e4uel, die Vorschriften und die nahezu perfide Selbstherrlichkeit die das damalige deutsche Volk zu Recht zum Scheitern brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weltweites und dauerhaftes Verbot des Kreuzes h\u00e4tte aber auf Dauer ein Vergessen gef\u00f6rdert. So aber, bleibt die Symbolik, wir k\u00f6nnen uns erinnern und \u00fcber die Vergangenheit diskutieren. Durch die Symbolik bleibt auch das Thema aktuell.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin mir sicher, dass ein Gro\u00dfteil der Deutschen nichts dagegen h\u00e4tte, wenn man diesen Schandfleck ihrer gro\u00dfv\u00e4terlichen Geschichte aus der Weltgeschichte streichen w\u00fcrde, als w\u00e4re es nie passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz dazu wollte kaum ein anderer Europ\u00e4er und besonders kein Jude, dass das Schicksal gerade ihres Volkes dadurch in Vergessenheit ger\u00e4t. Und auch das kann man wohl nachvollziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Deutschen, die wir uns trotz aller vermischten V\u00f6lker als Deutsche f\u00fchlen und hier leben, m\u00fcssen mit dieser Geschichte umgehen lernen, da sie auf Grund unseres Geburtslandes oder unserer freien Landeswahl &#8218;unsere&#8216; Heimat ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden immer damit leben m\u00fcssen, dass uns jemand entgegen tritt und uns als &#8218;Nazi&#8216; beschimpft, nur weil er uns provozieren m\u00f6chte oder seine Macht \u00fcber uns zum Ausdruck bringen m\u00f6chte, selbst wenn er sich mit der Nazikarte nur selbst ein geistiges Armutszeugnis ausstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn niemand sieht uns &#8218;Weissbroten&#8216; an, ob wir nicht auch polnische, niederl\u00e4ndische, d\u00e4nische, amerikanische oder russische Wurzeln haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Aufarbeitung der Geschichte der Schwarzen geh\u00f6rt also auch deren Befreiung, der Widerstand, ebenso wie Wei\u00dfe, die schwarz angemalt auf der B\u00fchne standen, aber auch aus heutiger Sicht unpassend erscheinende literarische Werke.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur durch ihre Existenz ger\u00e4t das Ziel der Ausbr\u00fcderung nicht in Vergessenheit. Und deshalb braucht es Aufkl\u00e4rung und keine Verbote und erhobene Zeigefinger.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben im Laufe der j\u00fcngeren Geschichte; gerade der Geschichte der versklavten Ureinwohner Afrikas, dank gro\u00dfer M\u00e4nner und Frauen viel in den K\u00f6pfen Vieler ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Lebensbedingungen sind schon sehr viel besser geworden, wenngleich die Gleichstellung und Gleichberechtigung immer noch nicht \u00fcberall vorhanden ist und auch in absehbarer Zeit nie absolut vollzogen wird. Egal welcher Schwarze oder Wei\u00dfe sich daf\u00fcr einsetzt, k\u00f6nnten mit dessen Widerstand ebenso den Frieden auf Erden erzwingen wollen. Das wird die Menschheit niemals erleben!<\/p>\n\n\n\n<p>Das soll nicht hei\u00dfen, dass die heutigen Gleichstellungsk\u00e4mpfer aufh\u00f6ren sollen, da sie eh nichts erreichen k\u00f6nnten. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sie viel erreichen. Sie k\u00f6nnen und m\u00fcssen die Ungerechtigkeit weiter anprangern, um weiter Verbesserungen herbeizuf\u00fchren und daf\u00fcr sorgen, dass die Ungerechtigkeit vergangener Generationen nicht einfach vergessen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie werden in diesem Kampf mit Verboten, Scheren und Streichungen nur das Vergessen und den Widerstand gegen ihr eigentliches Ziel f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst der durch die Medienverbreiter als guter Kompromiss eingestandene Proclaimer f\u00f6rdert nicht den ungezwungenen Umgang mit den dadurch denunzierten Werken. Ein zwangfreier Genuss ist somit nicht mehr mit dem Gewissen des Konsumenten vereinbar, da ihm hier ein schlechtes Gewissen impliziert wird, dass er nicht haben m\u00fcsste!<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wie das Lungenkrebsbild auf der Zigarettenschachtel! Zwar ein gut gemeinter Hinweis mit dem der Verbraucher auf die Gefahren des Rauchens hingewiesen werden soll, aber wer gibt ernsthaft wegen dieser Bilder das Rauchen auf?<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz kenne ich viele &#8218;jetzt erst recht!&#8216;-Meinungen, gefolgt von Rauchern, die alle unterschiedlichen Fotos und Ermahnungsschachteln aus der ganzen EU sammeln. Das l\u00e4sst Sie als Leser darauf schlie\u00dfen, dass ich sehr schwache Menschen in meinem Umfeld haben muss, denken Sie? Nein, es sind ganz normale Menschen mit normalen Reaktionen, wenn man ihnen diktiert was sie zu tun und zu denken haben!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df, dass ich mich hier recht weit auslasse, Platz biete f\u00fcr allerlei Trolle, Rechte und \u00fcberempfindliche W\u00e4chter \u00fcber den angeblichen und allt\u00e4glichen Rassismus mir eine geh\u00f6rige Portion Hass als Gegenreaktion r\u00fcberkommen zu lassen. Freunde, Mitb\u00fcrger&#8230; macht das, wenn es Euch gl\u00fccklicher macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr w\u00fcrdet mir damit einzig zeigen, dass Ihr ein Problem mit mir habt, nicht dass ich eines mit Euch haben m\u00fcsste. F\u00fcr mich seid Ihr alle auf Eure Art einzig und unsch\u00e4tzbar und habt Euer Recht auf Eure Meinung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das impliziert nicht im Geringsten, ob Ihr mit Eurer Meinung mehr Recht habt, als ich mit meiner! Das soll nicht hei\u00dfen, dass ich von \u00fcberm\u00e4\u00dfigem Egozentrismus gepr\u00e4gt w\u00e4re und Kritik an mir abprallen w\u00fcrde, da meine Meinung die einzig wahre w\u00e4re; weit gefehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine &#8218;Meinung&#8216; ist erst einmal nur ein momentaner Standpunkt, der gestern noch anders positioniert sein konnte und schon morgen durch Einsichten und Ansichten zu einer neueren hoffentlich noch reiferen Meinung mutiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur, wer seine &#8218;Meinung&#8216; verteidigt, sie unbeirrbar zementiert ist ein wirklicher und wahrhaftiger Dummkopf. Mir ist dabei auch egal, ob dieser Mensch Links, Rechts, aus der Mitte, Wei\u00df, Gelb, Schwarz, Frauenrechtler, Hundehasser, Veganer, Genderfanatiker\/-In, Hochschulprofessor oder Teil meiner Familie ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer seine Ideologie, so gering seine Anh\u00e4ngerschaft auch sein mag, \u00fcber alle anderen stellt und dabei auf das Recht von Minderheiten pocht ist armselig!<\/p>\n\n\n\n<p>Er hat Demokratie nicht wirklich verstanden, au\u00dfer die Sache mit dem lauter Schreien f\u00fcr mehr Recht! Denn er hat lediglich ein MITSPRACHE-Recht und nicht automatisch RECHT, nur weil er einer Minderheit angeh\u00f6rt! Er hat wie jeder andere EINE Stimme, die er einbringen kann, die ebenso viel Gewicht hat, wie alle anderen einzelnen Stimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich gebrauche hier im Text auch diverse der deftigen Schimpfworte, die wir nicht in den Mund nehmen sollten. Aber man kann Klartext am einfachsten mit Klartext schreiben. Montagsmaler \u00fcberlasse ich dem Fernsehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Somit entschuldige ich mich bei Ihnen f\u00fcr diverse unangebrachte Kraftausdr\u00fccke. Ja, bei Ihnen da links auch; Sorry, aber Sie schauen die ganze Zeit schon so skeptisch!<\/p>\n\n\n\n<p>&#8218;H\u00f6rt der denn gar nicht auf zu Schreiben?&#8216;, m\u00f6gen Sie fragen: Doch, doch! Gleich ist des geschafft!<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht, dass Sie dem Irrtum erliegen f\u00fcr mich w\u00e4re es einfach hier \u00f6ffentlich meine Meinung zum Thema Rassismus Kund zu tun. Dieser Text kostete einiges an Frustration \u00fcber Jahre von Unmengen an Facebook-Posts zu den unglaublichsten total rassismusfreien Themen hinweg, der Erkenntnis, dass alle Menschen, mich eingeschlossen, sich sehr leicht manipulieren lassen; Teilen, ohne weiterzudenken, zu verurteilen ohne die Hintergr\u00fcnde zu kennen; zu denunzieren obwohl Zitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden; einen Menschen auf seine wenigen Fehler zu degradieren, statt das Gesamtbild zu betrachten. Auch ich stelle mich Ihnen und der \u00d6ffentlichkeit hier, um von Ihnen falsch zitiert oder f\u00fcr einzelne S\u00e4tze einem Shitstorm ausgeliefert zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nicht leicht! Ich atme noch einmal kr\u00e4ftig durch und dr\u00fccke auf &#8218;\u00d6ffentlich teilen!&#8216;<\/p>\n\n\n\n<p>Kay Fiedler<\/p>\n\n\n\n<p>Und nun&#8230; zer<strong>Teilt mich<\/strong>, zerlegt mich, widerlegt mich!<\/p>\n\n\n\n<p>#Rassismus #Antirassismus #Liebe #Hass #Disney+ #Netflix #Proclaimer #Rassenhass #Fremdenhass #Nazis #Politik #Dumbo #Pippi Langstrumpf #Aristocats #Internettrolle<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rotstift unserer Kultur und das sterben aller Geschichten Die Diskussionen \u00fcber das f\u00fcr und wider der &#8218;Political Correctness&#8216;, die derzeit mit sehr viel Hassrede durch das Internet schwappt, macht mich ein weiteres mal sehr zornig. &#8218;Zornig?&#8216;, m\u00f6gen Sie fragen, darf man das \u00fcberhaupt so ausdr\u00fccken? 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