{"id":506,"date":"2003-02-03T15:00:39","date_gmt":"2003-02-03T15:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yakreldeif.wordpress.com\/?p=506"},"modified":"2015-04-20T15:19:36","modified_gmt":"2015-04-20T13:19:36","slug":"zu-gesund-fur-einen-behinderten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yakobo.de\/?p=506","title":{"rendered":"Zu Gesund f\u00fcr einen Behinderten"},"content":{"rendered":"<h2 align=\"center\">Zu Gesund f\u00fcr einen Behinderten<\/h2>\n<p align=\"center\">Aber auch\u2026<\/p>\n<h2 align=\"center\">Zu Behindert f\u00fcr einen Gesunden<\/h2>\n<p align=\"center\">\n<p style=\"text-align:justify;\">So muss ich es leider sehen, denn die Erfahrungen die ich sp\u00e4testens seit meiner Augen-OP 02\/1997 machen musste, zeigen mir dies nur allzu deutlich! Nach all den Einzelaussagen die mir gemacht worden sind, bin ich zwar gehindert, aber noch nicht behindert. Ich habe versucht damit zu Leben und dieses Leben zu gestalten. Doch die Welt au\u00dferhalb macht da andere Erfahrungen mit mir und ich bin es leid meine Behinderung zu ignorieren! Als ich 08\/1998 erstmals einen Antrag auf Behinderung stellte, wurde dieser mangels des Erreichens der Mindestgrenze abgelehnt. Damals h\u00e4tte ich Einspruch erheben m\u00fcssen, aber ich konnte damals schon nicht mehr standhalten, war m\u00fcde gegen Beh\u00f6rden, \u00c4mter, ehemalige Arbeitgeber und nicht zuletzt mit meiner \u201eNicht\u201c-Hinderung zu k\u00e4mpfen. Also sagte ich \u201eIhr habt recht, ich bin nicht behindert!\u201c, stand auf und versuchte es in den Griff zu bekommen!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auf Bewerbungen, in denen ich die Hinderung gleich angab, bzw. in der Anlage das Arbeitsamt mir schriftlich Reha-Ma\u00dfnahmen genehmigte, kamen grunds\u00e4tzlich Absagen. Als ich anfing die Hinderung, als auch das Schreiben des Arbeitsamtes, auf Anraten der Groneschule, fortzulassen bekam ich auch immer wieder Jobs. Dabei musste ich schon immer mit einem schlechten Gewissen in die Bewerbungsgeschpr\u00e4che gehen, denn ich musste meine m\u00f6glichen Arbeitgeber von vorneherein bel\u00fcgen. Ich hasse kaum etwas mehr als die L\u00fcge, aber h\u00e4tte man mich sonst eingestellt? Also schwieg ich, schlie\u00dflich ging es ja auch nur um \u00dcberbr\u00fcckungsjobs bei Zeitarbeitsfirmen!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Doch zu welchem Preis? Die Bilanz: 5 Arbeitgeber in 4 Jahren. Der Ausscheidungsgrund ist immer \u00e4hnlich, auch wenn es nach au\u00dfen nie so formuliert wurde: zu oft krank! Zu oft krank und ein wenig zu langsam!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mein letzter Arbeitgeber gab mir inoffiziell zu verstehen, dass man mich mit dem Wissen meiner Hinderung gar nicht h\u00e4tte einstellen d\u00fcrfen. W\u00e4re mir in den Eins\u00e4tzen etwas zugesto\u00dfen, h\u00e4tten sie gro\u00dfen \u00c4rger bekommen. Gem\u00e4\u00df dem Gutachten das vom Arbeitsamt erstellt worden ist, d\u00fcrfte ich in meinen beiden erlernten Berufen gar nicht mehr eingesetzt werden. Eine wirkliche Alternative geht durch dieses Gutachten auch nicht hervor, denn der empfohlene Beruf des Lageristen ist mir zum einen fremd, zudem es nichts gegen die Wurzel des \u00dcbels unternimmt; die hohen Ausfallzeiten! Der indirekte Vorwurf des Faulkranks verfolgt mich dabei immer wieder und versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen. Dabei brauche ich mir dieses schlechte Gewissen gar nicht einreden lassen, da ich wirklich erst dann zu Hause bleibe, wenn absolut nichts mehr geht!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich versuchte es auch schon, mich selbstst\u00e4ndig zu machen, um mir meine Arbeitszeiten entsprechend selbst besser einzuteilen. Da ich es aber durch die vielen kranken Jahre bis dahin nicht geschafft hatte mir ein gewisses Polster aufzubauen, scheiterte es an der Finanzierbarkeit: Ich h\u00e4tte nichts, ich w\u00e4re nichts, ich bek\u00e4me also auch nichts. So will ich ja gar nicht in dem Loch sitzen, aber das Leben dr\u00fcckt mich immer wieder dahin zur\u00fcck. \u00a0Denn sowohl das k\u00f6rperliche als auch das seelische dr\u00fcckt zus\u00e4tzlich auf meine Lebensqualit\u00e4t. So k\u00e4mpfe ich durch die st\u00e4ndige Arbeitslosigkeit mit meiner Grundexistenz, bin mit einem Fu\u00df immer in der Sozialabh\u00e4ngigkeit, rechne Monat f\u00fcr Monat damit, dass irgendeinem Gl\u00e4ubiger der Kragen platzt und der Kuckuckskleber vor der T\u00fcr steht.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Sehen Sie, sicher w\u00e4re eine Luxusvilla und eine Yacht am eigenen Anleger ein angenehmer Gedanke, wer w\u00fcrde da schon nein sagen? Im Moment w\u00e4re ich aber schon froh, wenn ich eine Tendenz sehen k\u00f6nnte, dass ich das was ich schon habe halten kann und in den kommenden Jahren vielleicht sogar mal eine eigene Wohnung habe, wie andere Mitmenschen auch, wenigstens mal alle 3-5 Jahre an die Sonne zu fahren, oder wenigstens die ganzen 80er-Jahre-Klamotten endlich mal wegwerfen zu d\u00fcrfen, weil man gerade mal etwas fl\u00fcssiger ist, um sich mal etwas modernes zu kaufen. Die meisten meiner Klamotten stammen noch aus der Zeit, in der meine Eltern sie mir gekauft haben. Wie soll ich denn aus diesem Teufelskreis heraus, \u00a0jemals auf einen gr\u00fcnen Zweig kommen?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich verkaufe mich gerne als deutsche Eiche, den 3-Wetter-Taft-Mann, \u00e4u\u00dferlich mag man kaum vermuten dass es innerlich eben ganz anders aussieht. Das die Verbitterung und mein sp\u00f6ttischer Sarkasmus \u00fcber das Thema es immer aussehen lassen, als w\u00e4re alles in Ordnung mit mir, tr\u00fcgt. Ich f\u00fchle mich allein gelassen, machtlos gegen diese Gesellschaft, da ich nirgends dazu geh\u00f6re! Mein einziger Bonus in dem Dahinsiechen der Jahre ist, das jeder Absturz mich st\u00fcrzen l\u00e4sst, aber mich nicht t\u00f6tet! Auch diesmal wird der Ph\u00f6nix aus der Asche wieder auferstehen, seine Faust ballen und seinen Platz in dieser Gesellschaft einfordern! Alleine kann ich es aber einfach nicht schaffen, daher muss ich auf die Hilfe der Menschen vertrauen, die mich \u00fcber die Jahre gesundheitlich betreut haben, die die einzelnen Puzzleteile kennen und sie in Zusammenarbeit hoffentlich zusammensetzen k\u00f6nnen! Ja, ich hoffe auf Ihre Hilfe! Denn ich wei\u00df nicht mehr weiter!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Wenn ich vielleicht aus medizinischer Sicht kein Behinderter bin, aus wirtschaftlicher Sicht bin ich es zweifellos, denn kein Arbeitgeber kann es sich erlauben eine Person zu besch\u00e4ftigen, die nicht voll einsatzf\u00e4hig ist und zudem so hohe Ausfallzeiten durch Kranktage hat. Ich kann auch keinem meiner Arbeitgeber einen Vorwurf machen. W\u00e4re ich ein Arbeitgeber, ich t\u00e4te mich auch nicht einstellen. Dennoch muss eine L\u00f6sung gefunden werden, mit der ich endlich anfangen kann mir meinen Lebensstandard aufzubauen, denn inzwischen bin ich auch schon 32, und mit dem Spruch: \u201eSie sind ja noch jung, sie haben ja noch alle Chancen\u201c, konnte man mich als Twen noch beruhigen, aber mit ruhig stellen alleine ist es dann auch nicht mehr getan \u2013 oder darf ich mir den Spruch mit 50 etwa auch noch anh\u00f6ren?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Sehminderung allein macht mich nicht zum Behinderten! Die H\u00f6rminderung reicht ebenfalls nicht! Auch das seit Jahren sporadisch auftretende Herzrasen reicht nicht und unter Migr\u00e4ne und allgemein unter Kopfschmerzen leiden viele Menschen mit mir, wenn vielleicht auch nicht in dieser H\u00e4ufigkeit! Das ich mit einem einfachen grippalen Infekt jedes Jahr alleine schon mehrere Wochen flach liege, wo andere im Schnitt eine Woche brauchen, lassen wir dabei mal au\u00dfen vor. Meine letzte Erk\u00e4ltung fing ich mir Anfang Oktober 2002 ein und erst jetzt im Februar 2003 habe ich das Gef\u00fchl, das es nur noch ein kleiner Schnupfen ist. \u2013 das klingt doch eigentlich alles zwar nicht so ganz gesund, aber auch nicht wirklich krank, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Aber ich bin nur ein einzelnes Individuum, dass durch die gleichzeitig einwirkenden \u201eKleinigkeiten\u201c zu dem schon vorher nicht sehr gro\u00dfen Selbstvertrauen immer mehr den Mut zu Leben verliert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Jetzt, da ich mich dazu entschlossen habe, diese Zeilen zu Schreiben, kann ich sogar mal wieder ein wenig dar\u00fcber weinen. \u2026 und ich dachte schon, ich k\u00f6nnte das gar nicht mehr\u2026weinen! Ich sehe immer nur wie meine Mutter weint, wenn wir uns \u00fcber dieses Thema unterhalten. Sie h\u00e4tte mir ein anderes Leben gew\u00fcnscht, dass wei\u00df ich. Es tut mir weh zu sehen, dass ich ihr diese Sorgen machen muss. Als mein Vater Mitte 2002 mein Web-Tagebuch im Internet las suchte er besorgt Hilfe bei \u00f6ffentlichen Stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Dabei br\u00e4uchten sie sich keine Sorgen dar\u00fcber machen, dass ich mir mein Leben nehmen k\u00f6nnte. Das kann nicht meine Aufgabe sein! Ich m\u00f6chte nicht als Sensationszeile enden, die morgen schon vergessen ist. Da m\u00fcsste ich wenigstens diese Welt retten oder vernichten d\u00fcrfen, wenn ich mich daf\u00fcr schon freiwillig opferte. Ein kleinerer Preis ist da kaum verhandelbar. Ich w\u00fcnschte, genau wie meine Eltern, dass ich endlich mal wieder irgendeinen Erfolg haben w\u00fcrde, sei es beruflich, gesundheitlich oder auch nur zwischenmenschlich, aber seit Jahren drehe ich mich im Kreis!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Selbst die Fortbildung zur IT-Fachkraft h\u00e4tten sich meine Eltern finanziell sparen k\u00f6nnen, ebenso wie ich mir die zwei Tage in der Woche, wo ich die Schulbank gedr\u00fcckt habe, gemessen daran, dass ich den Beruf doch nicht ausf\u00fchren kann. Gleich nach dem Kurs war mein Mut wieder da, jetzt nach zwei Jahren ist das Zeugnis kaum das Papier wert auf dem es geschrieben ist, gemessen an dem technischen Fortschritt. Die Firmen wollen Hochsch\u00fcler mit Berufserfahrung, keine hochgedienten Hauptsch\u00fcler! Wenn ich den Firmen dann auch noch eingestehen muss, dass ich k\u00f6rperlich nicht volle 100% habe, wen werden sie dann wohl einstellen? Mich?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Welche M\u00f6glichkeiten habe ich als b-hinderter Gesunder, bzw. gesunder G-hinderter? Als anerkannter Behinderter bzw. Erwerbsunf\u00e4higer bek\u00e4me ich immerhin eine kleine Grundrente und eine F\u00f6rderung f\u00fcr eine Firma, die mich dann als Pflichtbehinderten einstellen k\u00f6nnte. Zumindest br\u00e4uchte ich nicht mehr zu L\u00fcgen, der Arbeitgeber k\u00f6nnte sich auf eventuelle Fehlzeiten und meine Langsamkeit einstellen und es Aufgrund der F\u00f6rderung eher verkraften.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Damit lassen sich dann zwar immer noch keine gro\u00dfen Br\u00f6tchen backen, aber immerhin w\u00e4re ich f\u00fcr den Arbeitsmarkt wieder brauchbarer, als im jetzigen Zustand! Zumindest sehe ich darin im Moment die einzige Hoffnung! Wenn Ihnen oder Ihren Kollegen ein besserer Weg einf\u00e4llt will ich mir den Vorschlag gerne anh\u00f6ren!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mit einer erneuten Operation des Auges allein ist mir sicher nicht geholfen! Mich allein psychisch wieder auf die Beine zu stellen und mir 100.000 Volt in die Arme zu spritzen, kann auch nicht die L\u00f6sung sein, wenn ich dann vollen Mutes wieder gegen die gleiche Mauer rausche!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Damit Sie nicht nur die nackten Berichte meiner Gesundheitsgeschichte vor Augen haben, sondern auch nachlesen k\u00f6nnen, wie ich mit diesen Dingen umgehe, m\u00f6chte ich hier einmal einen eigenen Bericht geben, der auch viele Kleinigkeiten enth\u00e4lt, die ich oft in meiner inneren Hektik nicht erz\u00e4hle. Einiges ist Ihnen sicher schon bekannt, aber sicher nicht alles!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Die Dickleibigkeit<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das dick grunds\u00e4tzlich schon mal ungesund ist, wei\u00df ich! \u00dcber die Jahre betrachtet, ist mein Bauch aber auch der Schild, den ich brauche. Zuletzt konnte ich mich Mitte letzten Jahres daran machen ihn abzulegen. Ich hatte einen Job, nix tolles, aber immerhin wieder feste Arbeit. Das Wetter lies es zu und ich fuhr viel Fahrrad, stellte meine Ern\u00e4hrung um und plante eigentlich dieses Jahr fit zu den Fighting Pirates zu gehen, um Football zu spielen. Dann kam die Grippe, ich war zu kurzatmig f\u00fcr jeglichen Sport, beruflich gab es schon erste Anzeichen f\u00fcr \u00c4rger und ich zog die Pizza dem Reissnack vor. Seit die K\u00fcndigung da ist, finde ich die Bremse nicht wieder, ich wiege schon wieder \u00fcber 100 kg, habe oft leichte Knieschmerzen und jappe nach f\u00fcnf Stufen nach Luft. Wenn alles andere endlich wieder ins Lot kommen w\u00fcrde k\u00f6nnte ich die Wampe wohl sicher auch wieder in Angriff nehmen, aber derzeit brauche ich die Nervennahrung, ebenso wie meine 5 Liter Fl\u00fcssigkeit, haupts\u00e4chlich immer noch Cola Light.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Die Ohren<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Den eigentlichen Befund kann Dr. Spreter von Kreudenstein Ihnen sicher besser erkl\u00e4ren, als ich. Den H\u00f6rtests der letzten grob 20 Jahre nach habe ich durch die Verwachsung, die chronische Mittelohrenz\u00fcndung und der daraus resultierenden ersten OP \u201enur\u201c einen geringen H\u00f6rverlust. Aber im Leben \u00e4u\u00dfert es sich eben v\u00f6llig anders, als in der H\u00f6rkabine. Oft h\u00f6re ich Hintergrundger\u00e4usche bewusster, als das Vordergr\u00fcndige. Manche Personen in gewissen Tonlagen verstehe ich so gut wie gar nicht, oder nur durch st\u00e4ndiges Nachfragen. Einige Personen halten mich daher auch f\u00fcr dumm. Um mich davor zu sch\u00fctzen, gibt es in unwichtigen Gespr\u00e4chen auch schon mal die Situation dass ich auf Durchzug schalte und einfach so tue, als h\u00e4tte ich absolut alles im Griff. Das ist zwar auch keine L\u00f6sung, aber manchmal bin ich es einfach Leid, st\u00e4ndig nachzufragen, bzw. meinem Gespr\u00e4chspartner mit meinem Ohr in den Mund zu kriechen. Zudem es dann wieder jene Leute gibt, die es als ebenso unh\u00f6flich empfinden, wenn ich sie beim Gespr\u00e4ch nicht anschaue. Oft habe ich das Gef\u00fchl zwei Gespr\u00e4chen folgen zu m\u00fcssen, obwohl nur eine Person mit mir spricht, aber ein zweites im Hintergrund abl\u00e4uft. Stellen Sie sich einfach vor Sie setzten sich Kopfh\u00f6rer auf und wollten sich mit mir unterhalten. Als w\u00e4re das allein nicht hinderlich genug speise ich Ihnen ganz ganz leise die aktuellen Nachrichten aufs linke Ohr.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Wesentlich gef\u00e4hrlicher sind aber f\u00fcr mich die Warnungen aus dem Hintergrund, weil ich Fahrzeuge oder auch mal Leute die mich vor etwas warnen wollen, einfach \u00fcberh\u00f6re. Ob es sich dabei um meine nat\u00fcrliche Tr\u00e4gheit handelt, da ich gerade mal wieder total gedankenverloren durch meine Welt trampele, oder es wirklich nicht h\u00f6re, wei\u00df ich nicht zu beurteilen. Auf jeden Fall ist es beunruhigend!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>L\u00e4rmkrank?<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das ich nebenbei leicht l\u00e4rmkrank bin wei\u00df ich auch, denn totale Stille ertrage ich nicht! Selbst in der Nacht l\u00e4uft meistens Musik oder TV, damit ich m\u00f6glichst schnell Einschlafen kann. Ob es mehr dieses leise Grundpfeifen ist, dass mich sonst nervt, oder es mehr das Gr\u00fcbeln \u00fcber mich und meine Situation ist, was mich schlecht einschlafen l\u00e4sst, wei\u00df ich ebenfalls nicht. Tatsache ist aber, dass ich kaum das ich mich dem Ton von Musik oder Film hingebe in grob 10 Minuten schlafe. Um ohne L\u00e4rm zu Schlafen muss ich schon extrem m\u00fcde sein!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Die Hepatitis, die Zeit danach\u2026<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Um auch mal etwas ann\u00e4hrend Positives schreiben zu k\u00f6nnen, keine Ahnung \u2013 ob mich die Hepatitis von damals heute noch irgendwie beeinflusst. Ich war zwar auch schon l\u00e4nger nicht mehr zur Blutuntersuchung, aber ich habe auch keine \u00e4hnlichen Beschwerden, wie 1991. Und in wieweit ich in sp\u00e4teren Jahren noch mal Probleme mit meiner Leber haben werde, ist mir Angesichts der momentanen Lage auch ziemlich egal. (\u201eSollen alle Wehwehchen reinkommen, der Letzte macht bitte die T\u00fcr zu!\u201c) \u2013 Nein! Im Ernst!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Sie Herr Dr. Sziegoleit, haben mir damals wirklich weitergeholfen, sonst w\u00fcrde ich mich jetzt auch nicht wieder an Sie wenden! Als ich nach meinem Aufenthalt in Bad Berleburg hier Arbeit suchte, konnte man mich mit dem \u201eAlles wird gut, bist ja noch jung!\u201c-Spruch wirklich auch noch beruhigen. Damals war ich ja nur ein Bengelchen von 22. Letztlich fand ich ja auch Arbeit und fing so langsam das Leben an. Ich f\u00fchlte mich wohl in der Firma, nahm \u00fcber die Jahre schlie\u00dflich auch wieder rasant ab (77 kg), f\u00fchlte mich dazugeh\u00f6rig, hatte meine ersten gr\u00f6\u00dferen Liebschaften und konnte mich trotz \u201eOhr\u201c verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gut durchk\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Nur ich hatte das Gef\u00fchl, meine Augen w\u00fcrden immer schlechter, immer h\u00e4ufiger hatte ich Kopfschmerzen, bis hin zu ersten Migr\u00e4neanf\u00e4llen. Als sich nach vielem hin- und her mit Kontaktlinsen rausstellte, dass eine OP mir wohl am ehesten helfen k\u00f6nne und nur knapp 6 Monate sp\u00e4ter eine entsprechende Hornhaut zur OP bereitstand, stoppte das Leben im Februar 1997 wieder aus vollem Lauf. Als sich die Ausheilung von angek\u00fcndigten 4 Wochen immer wieder um noch mal 4 Wochen langsam aufs erste Jahr hin erweiterte platze meinem damaligen Chef verst\u00e4ndlicherweise der Kragen! Er wollte mich loswerden, und da ich in die Aufhebung nicht einging, musste er mit der K\u00fcndigung warten bis ich nach zwei Jahren von der Krankenkasse ausgesteuert wurde, schon da war ich nicht wirklich gesund, aber ohne M\u00f6glichkeit mich zu wehren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In dieser Zeit war auch mein erster Versuch auf den Behindertenschein, der dann ja scheiterte. Zwangsweise arbeitsf\u00e4hig hatte ich dann doch nur die Chance einzuwilligen, oder der Drohung zu trotzen: \u201eHerr Fiedler, wir sind hier kein Sozialunternehmen, entweder nehmen Sie die Aufhebung des Vertrages an, oder wir setzen Sie auf einen Posten, auf dem Sie garantiert versagen!\u201c Diesen Satz werde ich wohl nie vergessen, und dieser Firma geh\u00f6rte f\u00fcnf Jahre lang meine Loyalit\u00e4t! Naja, was soll man machen, wenn man so h\u00f6flich gebeten wird? \u2026 man geht!?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Erst ein Jahr sp\u00e4ter schaffte es ein Freund mir so h\u00f6flich in die Seite zu Treten, als dass ich den Mut fand mit ihm wenigstens auf einer Baustelle Hilfsarbeiten zu machen. Seither wechsele ich von einer Zeitarbeitsfirma zur n\u00e4chsten. Zuletzt war ich ab 10\/2001 mit kurzer Unterbrechung bei Manpower! Meiner damaligen Disponentin vertraute ich vom ersten Moment an und ich erz\u00e4hlte ihr auch von meinen Hinderungen, dass ich auch Arbeiten wollte, um mir zu beweisen, dass ich trotzdem arbeiten kann! Sie gab mir die Chance f\u00fcr einen 3 Monatsauftrag.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Danach kam Fr\u00fchjahr 2002 mein Versuch der Selbstst\u00e4ndigkeit, der ein Horrorkapitel f\u00fcr sich darstellte, da ich so w\u00fctend gemacht wurde durch Arbeitsamt, Banken und Sozialamt, dass ich wildfremde Menschen auf der Stra\u00dfe h\u00e4tte angreifen wollen, nur weil sie freundlich l\u00e4chelten. So w\u00fctend war ich seit meiner ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Wutanf\u00e4lle in der Hauptschule nicht mehr! Nicht auszudenken, was alles h\u00e4tte passieren k\u00f6nnen, h\u00e4tte ich die Kontrolle wie damals komplett verloren! Aber auch da fing ich mich wieder, entwickelte neue Energie und meldete mich Mai 2002 noch mal bei Manpower.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Diesmal bekam ich einen unbefristeten Vertrag und alles ging auch endlich wieder aufw\u00e4rts, w\u00e4re nicht die Auszeit um Weihnachten gewesen. Meine Disponentin, ging nach Hamburg und die Nachfolgerin wusste \u00fcber die Hinderungen nat\u00fcrlich nichts, da dar\u00fcber nichts in den Akten stand. Als ich es beil\u00e4ufig bei einem Gespr\u00e4ch zur Sprache brachte war meine K\u00fcndigung quasi schon ausgesprochen. Die Offizielle Version lautet zwar mal wieder \u201eaus betrieblichen Gr\u00fcnden\u201c, aber das geschehe nur, um mir f\u00fcr zuk\u00fcnftige Arbeitgeber keine Steine in den Weg zu legen. Und so schlie\u00dft sich der Kreis allm\u00e4hlich, denn jetzt sitze ich hier und schreibe diesen Text, um mich auf den Besuch bei Ihnen vorzubereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Die Augen &#8211; Die Brille \u2013 Kontaktlinsen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auch was die Augen angeht, kann Ihnen Dr. D\u00fccker sicher bessere Auskunft zur Operation und die Folgezeit aus medizinischer Sicht geben. Aber wie lebt es sich, grob sechs Jahre danach? Ohne Sehhilfe bew\u00e4ltige ich die groben Dinge des Alltags mal gerade noch so, solange ich nicht \u00fcberfordert werde. Mein Mitbewohner hat es aufgegeben mich auf die Haare im Waschbecken anzusprechen. Ich sp\u00fcl zwar immer einmal mit der Hand nach, kann die Haarchen aber einfach nicht mehr erkennen, ebenso wenig wie den Dreck auf dem Teppich. Wenn ich ohne Brille l\u00e4ngere Texte Lesen soll, ist dieser Endpunkt schnell erreicht, da es mich einfach zu sehr anstrengt. In der Dunkelheit machen mir meine Augen immer noch sch\u00f6ne Facetten in alle Richtungen. Wenn dann noch Regen dazukommt, gebe ich auf. Der Winter mit seinen kurzen Tagen ist somit f\u00fcr mich immer besonders schwierig, da ich weder morgens noch abends gut sehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Brille hilft mir, wenn ich wie jetzt, Texte schreibe, auf der Arbeit, wenn ich eben auch keine Wahl habe. Aber wirklich gut ist das Sehen mit ihr nicht. Das Plus von etwa 5%, das ausreicht mir den Fliegendreck wieder in immerhin lesbare Buchstaben zu verwandeln, hat auch eindeutige Nachteile! Ich kann sie nicht \u00fcber l\u00e4ngere Stunden tragen, sonst sind st\u00e4rkere Kopfschmerzen vorprogrammiert. Die Proportionen stimmen nicht wirklich! Manchmal vergesse ich schon, dass ich die Gl\u00e4ser noch aufhabe. Sp\u00e4testens wenn ich dann losmarschiere bekomme ich \u00fcber die Zeit Schwindelgef\u00fchle. Ich vergreife mich bei Dingen, des \u00f6fteren lief ich schon Kollegen und M\u00f6bel \u00fcber den Haufen, weil ich einfach nicht absch\u00e4tzen konnte, wie weit sie noch weg waren. Jedes mal, wenn ich die Brille nach ein bis zwei Stunden mal abnehme ist es wie ein kalter Schauer, der einmal quer durch meinen Kopf zieht, das rechte Auge zieht sich in seine normale Position zur\u00fcck und es ist immer ein wenig erl\u00f6send. Wenn ich mich zu sehr in die Arbeit vertiefe vergesse ich diese Pausen schon mal und ebne den Weg zur Migr\u00e4ne.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Absolut hervorragend sehe ich mit den Kontaktlinsen. Damit sehe ich jeden Pickel in den Gesichtern meiner Mitmenschen, wie luschig ich mich mal wieder rasiert habe und das die Bl\u00e4tter an den B\u00e4umen tats\u00e4chlich Adern haben. Selbst Gehwegplatten haben pl\u00f6tzlich eine Maserung. 120% Sehkraft hauen mich wirklich um und bringen mich auf einen ganz neuen Planeten! Aber Kontaktlinsen sind wirklich mal wieder ein Thema f\u00fcr sich. Die Hornhauttransplantation bekam ich letztlich auch aus dem Grund, dass sich einfach keine Linsen anpassen lie\u00dfen, ohne dass sich dieses Fremdk\u00f6rpergef\u00fchl besserte. Nach der OP mit all ihren misslichen Folgen, hie\u00df es schlie\u00dflich, mir k\u00f6nne man allenfalls mit Kontaktlinsen helfen. Dann h\u00e4tte man sich die OP ja auch sparen k\u00f6nnen, aber wieder einmal vertraute ich auf die ermutigenden Worte von Dr. Johannsen, dem Linsenspezialisten, \u201eWir kriegen das hin!\u201c Aber das Problem war eher schlimmer geworden, anstatt besser! Gut, auf 1-4 gelegentlich sogar mal 8 Stunden Tragezeit kam ich auch diesmal wieder, aber das Fremdk\u00f6rpergef\u00fchl wurde jetzt wunderbar durch die Narbe unterst\u00fctzt. Kleine Bl\u00e4schen schoben sich mit jedem Blinzeln zwischen Linse und Hornhaut, dass ich die Linsen auf alle F\u00e4lle nach sp\u00e4testens 4 Stunden rausnehmen musste, da der Blick nur noch wie durch Milchglas war. 2001 versuchte ich es einmal mit weichen Kontaktlinsen, aber eine wirkliche Verbesserung der Sehleistung konnte nicht erreicht werden, auch wenn das Fremdk\u00f6rpergef\u00fchl kleiner, aber eben auch nicht weg war.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Herzrasen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich kann gar nicht sagen, wann dieses Ph\u00e4nomen das erste mal auftrat. Ich wei\u00df nur, dass es die ganzen Jahre \u00fcber immer wieder sporadisch auftaucht, mal Monate lang gar nicht, dann mehrere Wochen in Folge, manchmal auch mehrfach an einem einzigen Tag. Ohne jeden Anlass f\u00e4ngt die Pumpe an zu rennen pocht so auff\u00e4llig, dass man es auch von au\u00dfen sehen kann und l\u00e4sst mich zusammensacken. Ich war damit vor Jahren schon mal bei Ihnen, hatte aber nicht das Gef\u00fchl, dass Sie etwas gefunden h\u00e4tten. Ich versuche seither immer wenn es passiert Leute zu finden und eine Hand von ihnen ungefragt in die Gegend zu legen. Inzwischen gibt es also schon eine Handvoll Leute, die es gezwungenerma\u00dfen miterleben mussten. Zum Gl\u00fcck sind diese Anf\u00e4lle nie sehr lange, als dass ich mich schneller erhole, als sie sich dazu durchringen k\u00f6nnen, einen Rettungswagen zu rufen! Ich bilde mir diese Anf\u00e4lle aber mit Sicherheit nicht ein!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Kopfschmerz\/Migr\u00e4ne<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich wache nahezu jeden Tag mit leichten Kopfschmerzen auf. Im Regelfall gibt es sich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck, oder geht immerhin auf ein ertr\u00e4gliches Ma\u00df zur\u00fcck, bei dem ich nicht mehr von Schmerz reden w\u00fcrde, sondern allenfalls von \u201eda ist etwas!\u201c. An den Tagen, an denen sich der Morgenschmerz nicht gibt, kann ich mir inzwischen sicher sein, dass ich sp\u00e4testens zum Mittag nur noch sterben m\u00f6chte! Ich kann mich dann gerade noch an meinen Namen erinnern, der Rest meiner Welt ist Schmerz! Nach zwei Aktren und einigen Stunden Ruhe gibt sich der Schmerz dann aber auch wieder. Nur in der Zwischenzeit bin ich zu absolut nichts zu gebrauchen. Die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr st\u00e4rkere Kopfschmerzen steigt, wenn ich f\u00fcr zwei Tage meine Cola absetze und ersatzweise auch weder Kaffee noch Schokolade habe.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Migr\u00e4ne bef\u00e4llt mich pl\u00f6tzlich, an Tagen an denen Momente vorher noch alles im Gr\u00fcnen Bereich war. Mit einem Mal spinnen meine Augen, ich kann keinen Punkt mehr fixieren, Menschen erkenne ich nur noch aus dem Augenwinkel. In dem Moment, da ich sie direkt Anschauen m\u00f6chte, stehen sie im Loch. Um dieses Loch flimmert es immer, \u00e4hnlich dem Effekt von hei\u00dfer Luft. Das Loch nimmt teilweise bunte Farben an. Am besten hilft mir da ein komplett dunkler Raum, bzw. die Augen komplett mit den H\u00e4nden abdunkeln. Nach grob einer halben Stunde ist der Effekt entweder im Griff, oder geht in ebensolche kaum zu ertragenden Kopfschmerzen \u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><b>Die Langsamkeit\/Zeitgef\u00fchl<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich beschwerte mich schon ein paar mal dar\u00fcber, dass meine Zeit irgendwie nicht Laufen w\u00fcrde, dass alles um mich herum \u00e4lter wird, \u2026 lebt \u2013 nur ich nicht. In die gleiche Richtung zielt es, wenn sich Leute um mich herum muckirren, ich sei zu lahmarschig. Die Jahre \u00fcber f\u00fchrte ich es immer wieder auf die Ohren und sp\u00e4ter auf die Ohren und meine Augen zur\u00fcck. Wenn ich eine Seite lese, lesen andere drei. Wenn andere einen Brief wie diesen formulieren brauchen sie daf\u00fcr vielleicht zwei Stunden, ich schreibe seit heute morgen um 7 daran und inzwischen ist Mitternacht durch. Wenn ich behaupte mit Linsen k\u00e4me ich in eine andere Welt so ist das wirklich keine L\u00fcge, denn da ich ohne Fenster eh alleine in meiner Zweitwelt hocke, bin ich oft auch gedankenverloren darin zu Werke. Umso mehr erschrecke ich mich, wenn mich etwas von au\u00dfen pl\u00f6tzlich aufschreckt! Wenn es aber um \u201ezu langsam\u201c geht schaue ich mir nicht nur die letzten Jahre an, sondern erinnere mich auch an meine Lehre, an der es mir auch schon anhaftete. Als mir meine Eltern meine Vorschul- und Grundschulzeugnisse gaben, fiel mir die Kinnlade runter, denn auch schon da steht immer wieder drin: \u201evielf\u00e4ltig begabt, aber zu langsam!\u201c Es verfolgt mich also schon seit Jeher. Meine Zeit l\u00e4uft einfach anders, aber woran liegt das?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Mein allgemeines Zeitgef\u00fchl stimmt auch nicht ganz. Auf der einen Seite versetze ich Freunde ins Staunen, wenn ich mich an gesagte Dinge erinnere, die Jahre zur\u00fcckliegen, andererseits nicht wei\u00df was ich zum Fr\u00fchst\u00fcck gegessen habe. Wenn ich mich auf zwei Wochen verabrede, Arzttermine schlie\u00dfe, oder mich unbedingt an etwas erinnern m\u00fcsste, klappt das die erste Woche noch ganz gut, in der zweiten ist es fort. Wenn es dann nach einem halben Jahr pl\u00f6tzlich durch einen dummen Zufall ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcckkehrt kann ich diese Zeitspanne von einem halben Jahr nicht greifen. Eher fahren mich Freunde an, dass ich mich schon x Monate nicht gemeldet h\u00e4tte, obwohl ich mich doch kurzfristig wieder melden wollte! Das es zwei drei Wochen mehr sind als verabredet, kann ich immer noch verstehen, aber das es ein halbes Jahr und auch schon mal ein ganzes Jahr war, haben sie mir auch schon vorgerechnet. Zunehmend verzettele ich mich mit zuk\u00fcnftigen Terminen, als dass ich mich mit mehreren Freunden gleichzeitig verabrede. F\u00fcr derartige Zwecke gibt es Terminkalender, sicher! Aber Zeit ist f\u00fcr mich eben seit jeher eine nicht greifbare Masse.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich bin nicht dumm! Oder wollen Sie etwa etwas anderes behaupten? Schreibe ich dumm? Einiges ist mir sicher nicht von Vorteil, aber ich muss es einfach so schreiben, wie ich es sehe und empfinde, schlie\u00dflich m\u00f6chte ich Hilfe. Dennoch habe ich oft das Gef\u00fchl, dass mir die Jahre in denen ich krank war einfach auch im Leben an Erfahrung einfach fehlen. Ein im Geiste 16, vielleicht auch mal 18-j\u00e4hriger, mit dem Pass eines inzwischen 32-j\u00e4hrigen, Gefangen in einem umso schneller alternden K\u00f6rpers. Nur selten ist das Zeitgef\u00fchl anders herum, springlebendig daf\u00fcr arg senil. Bei mir tickt es im wahrsten Sinne des Wortes also nicht so richtig!<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Philosophisch bin ich in allen Leben, in allen Zeitzonen. Es scheint meine einzige wirkliche Begabung zu sein \u2013 ein seit fr\u00fchester Kindheit philosophischer sarkastischer Bastard, den die Leute oft nur f\u00fcr einen lustigen aber auch leicht morbidhumorigen Zeitgenossen halten, ohne zu sehen \u00fcber wen ich hier am meisten Lache! Mein bitterb\u00f6ser Sarkasmus gegen mich selbst h\u00e4lt mich aufrecht, mit diesem Gef\u00fchl m\u00f6chte aber ungern erst 40 werden, ehe ich merken muss, dass da ein Leben vor dem Tod existieren k\u00f6nnte. Tut es? Dann wird es Zeit mich dahingehend \u201esehend\u201c zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich m\u00f6chte auf eine \u201eZukunft\u201c schauen d\u00fcrfen und nicht nur auf die Scherben die mein Leben darstellen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">W\u00e4hrend des Schreibens kamen mir auch diesmal wieder Gedanken \u00fcber meine und die weltliche momentane Situation, die Frage \u00fcber den Krieg und die Folgen, ob es meine Bem\u00fchung vorher noch etwas erreichen zu wollen wert ist, und nicht nur mein letztes Lachen verschlingt! Und so wird aus dem alten Witz des untergehenden Schiffes, bei dem alle Frauen nach links in die Boote sollen, und alle M\u00e4nner nach rechts in die Boote, der Zwitter mit untergeht eine kleine Geschichte. Diese Geschichte soll aber auch zeigen, dass mein \u00dcberlebenswille st\u00e4rker ist, als dass ich das Ende verpassen wollte. Es wird immer irgendwie weitergehen und ich werde meine Rolle finden, die ich auszuf\u00fcllen habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Gesund f\u00fcr einen Behinderten Aber auch\u2026 Zu Behindert f\u00fcr einen Gesunden So muss ich es leider sehen, denn die Erfahrungen die ich sp\u00e4testens seit meiner Augen-OP 02\/1997 machen musste, zeigen mir dies nur allzu deutlich! Nach all den Einzelaussagen die mir gemacht worden sind, bin ich zwar gehindert, aber noch nicht behindert. 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