{"id":339,"date":"2001-11-27T15:33:49","date_gmt":"2001-11-27T15:33:49","guid":{"rendered":"http:\/\/yakreldeif.wordpress.com\/?p=339"},"modified":"2015-04-20T16:03:11","modified_gmt":"2015-04-20T14:03:11","slug":"gedankensammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/yakobo.de\/?p=339","title":{"rendered":"Gedankensammlung"},"content":{"rendered":"<h1><i>&#8230; Gedankensammlung<\/i><\/h1>\n<p style=\"text-align:justify;\">Wie kann man bei einer Frau wie ihr nicht schwach werden? Okay, ich bin Sch\u00fctze und mir sagt man ja eh nach, ich sei nicht sonderlich w\u00e4hlerisch. Wenn sich mir eine Frau anbietet, w\u00fcrde ich schon darauf anspringen. So sagt das Profil des Sch\u00fctzen. Das mein pers\u00f6nliches Geburtshoroskop mir einen anderen Weg vorhersagt, ich durch die Beziehung und nur durch den Bruch derselben zu meinem eigenen ich finden soll ist schon okay. Aber wo steht darin geschrieben, ich bek\u00e4me keine weitere Chance auf Zweisamkeit? Ich habe es schlie\u00dflich sehr genossen und eigentlich erst angefangen zu Leben und zu erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Jahre davor waren nicht wirklich existent. Die Jahre wurden irgendwie verbracht. Heute wei\u00df ich, dass diese Jahre schon wichtig waren, um zu spielen und die Welt mit Kinderaugen sehen zu k\u00f6nnen. Das ich heute so denken und schreiben kann, wie ich es tue, verdanke ich eben der Eigenschaft immer noch einen kleinen Jungen in mir zu tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich kenne noch lange nicht alle Antworten, auch wenn ich anderen Leuten durch meine Geschichten v\u00f6llig neue Denkanst\u00f6\u00dfe geben kann. Sie sagen dann ich sei verr\u00fcckt, durchgeknallt, oder lachen herzlich. Sie k\u00f6nnen die Welt f\u00fcr einen Augenblick in einem anderen Licht sehen, aus der Sicht der kleinen und einfachen Dinge, auf der Suche nach kleinen Antworten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das der Sinn des Lebens in meinen Geschichten immer wieder eine Rolle spielt liegt zuletzt sicher daran, das es ein Thema ist, das mich ber\u00fchrt. Fr\u00fcher habe ich mir die Frage danach nie gestellt. Man lebt halt so. Die Vorstellung wieso andere Leute ihr Leben f\u00fcr Partner und Kinder vergeudeten war mir unklar. Warum sollte man sich an etwas binden, das einem keinen Spa\u00df versprach? Und dann?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Nachdem mir einige Zusammenh\u00e4nge zwischen Leben, Magie, Glauben und der Funktion der Spezies Mensch klargeworden sind, wei\u00df ich das mir all dieses Wissen nichts n\u00fctzt, wenn ich es nicht an jemanden weitergeben kann, bzw. mit jemanden teilen und diskutieren kann. Allein hier bindet sich schon eine Sehnsucht an Frau und Kinder. Eine Frau t\u00e4t mich schon in meine Schranken weisen, wenn ich zu dick auftrage und mich auf den Boden der Tatsachen zur\u00fcckholen. Zudem w\u00e4re sie Inspiration, die treibende Kraft, die mir ohne eine Beziehung einfach fehlt. Ein Kind w\u00e4re die M\u00f6glichkeit eine neue Aufgabe zu schaffen, einen Menschen in die Welt zu setzen, der die erlangten Erkenntnisse weitertragen und erweitern kann. Das ist mit Sicherheit die Vorstellung vieler Eltern, die dann an der Erziehung und dem Mangel an Zeit f\u00fcr das Kind scheitern. Sicher ist da die Bef\u00fcrchtung, dass es meinem Kind \u00e4hnlich ergehen k\u00f6nnte. Aber was soll man der Welt sonst hinterlassen? Mein geschriebenes Wort etwa?<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Seit ich 1984 Ghostbusters sah, war ich fasziniert von den unterschiedlichen Charakteren. Bill Murray mit seiner unbek\u00fcmmerten Art als Wenkmann war das Salz der Truppe. Aber wesentlich interessanter war f\u00fcr mich der Schlaukopf. Er sagte damals etwas, das ich bis heute in mir trage. Er sagte: \u201eGeschriebenes ist tot! Es sind tote Gedanken. Lesen ist Zeitvergeudung!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Nicht, dass ich auch dieser Meinung bin. Aber trotz das mir diese Aussage von einem \u201eWissenschaftler\u201c schon unglaublich vorkam, denn schlie\u00dflich wird er sein Wissen nicht aus dem Fernsehen haben, aber genau betrachtet, stimmt die Aussage. Man schreibt Dinge auf, um sie sich nicht merken m\u00fcssen, oder um sie jemandem mitzuteilen, wenn niemand zum reden da ist, einfach um es sich von der Seele zu schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich schreibe Dinge auf, verarbeite Sachen die mich besch\u00e4ftigen in Geschichten. Ich mache es in den h\u00e4ufigsten F\u00e4llen nur f\u00fcr mich, nur selten f\u00fcr andere. Es ist wie Tagebuch schreiben, ich schreib mir von der Seele, was mich bedr\u00fcckt, w\u00fcrze es mit meinem Sarkasmus und meiner kindlichen Sichtweise und es wird dadurch zu einer Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auch heute h\u00e4tte ich gerne eine kleine, beinahe schl\u00fcpfrige, Liebesgeschichte geschrieben, die schon lange halb fertig in meinem Kopf rumschwirrt. Aber heute ist nicht der richtige Tag. Lola ist tot. Im September wachte Punky nicht mehr auf und heute lag Lola tot im K\u00e4fig. Jetzt bin ich wieder allein. Obwohl ich gerne Tiere um mich habe, bin ich nicht der richtige Typ, um mich um Tiere zu k\u00fcmmern. Okay, war ich bei Punky noch im Zweifel etwas falsch gemacht zu haben, bin ich mir diesmal einfach sicher, dass es das Alter war. Nichts desto trotz fehlt ab heute das nervige Klappern aus dem Flur, wenn die beiden kopf\u00fcber am Gitter hingen und knabberten. Ich muss mir jetzt keine Sorgen mehr machen, auch die Gurke nicht zu vergessen, nur damit sie mir nicht verdursten. Tja, jetzt ist dieses im Grunde beruhigende Gef\u00fchl, dass zuhause wenigstens die M\u00e4use auf ihr Futter warteten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das \u201eFreudigste\u201c steht mir noch bevor. Lola liegt da noch zuhause. Wann h\u00e4tte ich es heute morgen schon erledigen k\u00f6nnen? Dann ist heute Abend auch noch Rollenspiel und morgen mein Geburtstag. Ich werde 31 und habe irgendwie nichts vorzuweisen. Kein angeh\u00e4uftes Verm\u00f6gen, nicht einmal einen Haufen Schulden, die durch ein wildes Leben zustande gekommen w\u00e4ren. Dann h\u00e4tte ich wenigstens sagen k\u00f6nnen, ich h\u00e4tte in der Zeit irgendwie gelebt. Aber nein! Da ist nichts. Finanziell halte ich mich geradeso \u00fcber Wasser, mit Familie geschweige denn Beziehung ist nichts und auch sonst hab ich im k\u00fcnstlerischen als auch beruflichen Bereich keine Pluspunkte gesammelt. Talent&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Daran soll es nicht scheitern. Das ist wohl schon da, wenn ich meinen Mitmenschen glauben darf. Aber was soll ich in meiner n\u00e4chsten Arbeitslosigkeit ab 22.12. machen? Nur Schreiben? Wie viele Seiten habe ich geschrieben in der langen Zeit? Wenn ich das auf die F\u00fclle eines Buches hochrechne, dann brauche ich noch Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Einen Roman schreiben? Themen gibt es genug, Ideen h\u00e4tte ich genug. Aber die Umsetzung! Die Geduld, die ich daf\u00fcr aufbringen m\u00fcsste. Wovon soll ich in dieser Zeit leben? Ich bin oft viel zu bedr\u00fcckt, um meinen Humor auszudr\u00fccken. Das dabei dann eine Menge des sogenannten Tragikhumors herauskommt mag anderen Leuten mehr gefallen als mir selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Ich habe schon noch eine Idee, aber sie w\u00fcrde verdammt viel von mir selbst verlangen, zumindest psychisch. Meine Gabe, mich in Dinge und in Menschen unterschiedlichster Art hineinzuversetzen kenne ich. Ich war auch schon immer an der Arbeit der sogenannten Profiler interessiert. Ich w\u00fcrde wirklich gerne einen Thriller schreiben, mit Tiefgang, aus der Sicht des T\u00e4ters heraus, nicht wie sonst \u00fcblich aus Sicht des Helden. Aber ich habe Angst davor, mich seelisch zu sehr von meiner Romanfigur einfangen zu lassen. Das die Helden meiner Geschichten immer relativ naiv und einfach gestrickt sind, hat seinen Grund, denn ich wei\u00df um die kriminelle und geradezu b\u00f6sartige Energie die nat\u00fcrlich auch in mir schlummert. Aber diese Seite m\u00f6chte ich nicht wirklich in Worten ausleben, mir reicht es diese dunkle Seite zu kennen. Wenn eine solche Story von mir nur den Funken von Erfolg haben w\u00fcrde, w\u00fcrde man mehr solchen Stoff von mir erwarten und ich w\u00e4re in Zugzwang.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das ich Geschichten aus den Gesichtern meiner Mitmenschen erlesen kann, ist manchmal ein Fluch, denn ich verstehe sie alle, die Drogens\u00fcchtigen, die Bankr\u00e4uber, die M\u00f6rder, selbst die Beweggr\u00fcnde der Vergewaltiger kann ich sehr gut nachvollziehen, selbst wenn ich es dadurch noch lange nicht billigen kann. Denn ebenso stecke ich gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfig in den Opfern all dieser Verbrechen. Ich verstehe selbst den Machtrausch gro\u00dfer Diktatoren und Volksm\u00f6rder. Warum kann ich sie nicht einfach nur genau so hassen, wie der Rest der Welt, blinde Zusage f\u00fcr eine Verurteilung geben, weil ein Verbrechen passiert ist? Nein, nein! Bestrafung muss schon sein und sie haben es sicher auch verdient, aber es \u00e4ndert absolut nichts daran, das ich beide Seiten der Medaille sehe. Sie sind alle einem Schicksal ergeben und haben das aus ihrem Leben gemacht, das sie f\u00fcr richtig hielten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Aber ich sehe eben eine echte Gefahr darin, den Weg und die Gedanken eines M\u00f6rders zu beschreiben. Die anf\u00e4nglichen Zweifel in Worte zu fassen, und schlie\u00dflich die Ausf\u00fchrung, mehr oder minder kaltbl\u00fctig, je nachdem welchen Charakter mein Verbrecher haben soll, selbst durchleben zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zudem passen diese b\u00f6sen Charaktere nicht in meine Weltanschauung. Das die Welt brutal ist, wei\u00df ich schon und ich will auch keine Augenwischerei betreiben, denke aber, dass es ausreichend b\u00f6ses gibt, als das ich meine Aufgabe im Schreiben mehr darin sehe, den Menschen ein gutes Gef\u00fchl, eine saubere Geschichte zu liefern. Folglich m\u00fcsste meine Geschichte also auch bis ans Ende gehen, der B\u00f6sewicht in der Ich-Form seinen Tod miterlebt und der letzte Satz einfach abbricht.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">&#8230; den Blues des Wolfes fortsetzen&#8230; wollte ich schon lange. Die Briefe damals an Sasa und Melanie waren im Grunde ja schon kleine Fortsetzungen. Aber wie soll die Geschichte eigentlich <span style=\"text-decoration:underline;\">wirklich<\/span> weitergehen? Der Leitwolf trifft auf seine gro\u00dfe Liebe und erf\u00e4hrt den gr\u00f6\u00dften Schmerz, den der Wolf nur erleben kann, die Feststellung, dass innerer Schmerz tiefer geht, als jede Wunde. Der Junge hingegen wird seine Angst vor den W\u00f6lfen besiegen m\u00fcssen. Beide sind Teile eines ganzen, erst wenn sie erkennen, dass sie zusammen geh\u00f6ren, wird die Geschichte eine Wendung nehmen. Der Junge wird mutig, und der Wolf trotz der Erkenntnis seiner Verletzlichkeit dem Jungen zutraulicher. Eine Dramaturgie a la Disney will ich mir ersparen und der obligatorische Rettungsversuch, nachdem sich beide getrennt haben, soll auch ausfallen. Sicher bringt eine solche Szene im Film immer die tief empfundene Freundschaft zum Ausdruck, aber da ich die Geschichte hier aus Sicht beider Hauptakteure erz\u00e4hle, kann ich dieses Klischee zum Gl\u00fcck \u00fcberspringen. Der Wolf lernt die Welt unbek\u00fcmmerter zu sehen, zu spielen und zu vertrauen, w\u00e4hrend der Junge durch den Wolf Verantwortung lernt, auch lernt sich durchzusetzen. Bis dahin sollen sie sich aber kaum begegnen, eher wie Nachbarn, nicht wie Freude. Die Freundschaft soll erst ziemlich sp\u00e4t entstehen, wenn beide schon einige Abenteuer erlebt haben, auch um die Figuren zu festigen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der Wolf wird neben seiner Liebesgeschichte andere Machtk\u00e4mpfe durchzuleben haben, Angriffe auf die W\u00f6lfe durch B\u00e4ren und einen J\u00e4ger, m\u00f6glicherweise ein anderer Nachbar des Jungen. Dieser hingegen muss auch seine Abenteuer erleben. Da w\u00e4re Streit in der Schule, der Vater, der mehr Leistung erwartet, und die Familie eisern f\u00fchrt, das M\u00e4dchen, in das er sich dann heimlich verliebt. Schlie\u00dflich finden Wolf und Junge zueinander, und ziehen gemeinsam ins Abenteuer. Ab da sind alle m\u00f6glichen Fortf\u00fchrungen m\u00f6glich. Ein junger Mann und sein Wolf, da kann alles passieren. Gemessen daran, dass die Geschichte irgendwo in der DSA-Welt spielen soll, schwebt mir eine Karriere als ber\u00fchmter Streuner vor, der mit Witz und Charme, den Wolf fast als drohendes Markenzeichen neben sich hertrabend durch Aventurien zieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; Gedankensammlung Wie kann man bei einer Frau wie ihr nicht schwach werden? Okay, ich bin Sch\u00fctze und mir sagt man ja eh nach, ich sei nicht sonderlich w\u00e4hlerisch. Wenn sich mir eine Frau anbietet, w\u00fcrde ich schon darauf anspringen. So sagt das Profil des Sch\u00fctzen. 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